Spaß für die ganze Familie: Baumwipfelpfad in Bad Wildbad
Aussichtsturm mit einer Höhe von 40 Metern
Hoch hinaus auf dem Sommerberg
In Bad Wildbad geht es hoch hinaus an einen Ort, wo sich sonst nur Vögel und Eichhörnchen tummeln. Auf dem Baumwipfelpfad wandern kleine und große Himmelsstürmer auf den 40 Meter hohen Aussichtsturm, bis sie über das grüne Blätter- und Nadeldach weit in den Schwarzwald blicken.
Nichts für Kids mit Höhenangst: Durch den Wackelbalken sieht man die Tiefe
Ausflugsziel für die ganze Familie
Schon der Weg hinauf ist ein Abenteuer, denn bis man oben ist, gilt es einige Hindernisse zu überwinden: Wer traut sich, über den Wackelbalken in schwindelnder Höhe mit Blick in die Tiefe zu balancieren?
Alle ab sechs Jahren können den Weg hinunter in einem rasanten Tempo in der langen Tunnelrutsche zurücklegen. Was von oben wie ein bunter Ameisenhaufen wirkt, kann man nun selbst erleben: Der Spielplatz Abenteuerwald mit Riesentrampolin, die Picknickplätze, der Märchenweg und die Hängebrücke sind zum Greifen nah.
40 Meter hoch und 1,2 km lang ist der Baumwipfelpfad
Der Spielplatz nebenan ist kostenlos
Was für ein Spaß: die 55 Meter lange Tunnelrutsche
Tipps
Kinderwagen: Der Baumwipfelpfad ist auch mit dem Kinderwagen gut zu bewältigen. Die Steigung ist moderat.
Anreise mit dem Pkw: Die Anreise ist mit dem Auto oder dem Wohnmobil möglich. In der Nähe des Eingangs auf dem Sommerberg gibt es einige kostenpflichtige Parkplätze. Kostenlos parken kannst du in etwa 20 Minuten Fußentfernung auf dem Parkplatz an den Bad Wildbader Sportanlagen (Ortsausgang in Richtung Enzklösterle).
Anreise mit den Öffis: Mit der Bahn bis Pforzheim und anschließend mit der Stadtbahn S6 bis Bad Wildbad.
Hinweise: Die Werbung in diesem Beitrag für die genannten Orte erfolgt unbeauftragt und ohne Bezahlung.
Die 3-Schluchten-Tour ist einer der prämierten Schwarzwälder Genießerpfade. Bei dieser spannenden Wanderung eroberst du die Wutachschlucht und zwei ihrer Seitenschluchten, die Gauchachschlucht und die Engeschlucht. Es erwartet dich eine grandiose Natur. (…)
In Bad Wildbad geht es hoch hinaus an einen Ort, wo sich sonst nur Vögel und Eichhörnchen tummeln. Auf dem Baumwipfelpfad wandern kleine und große Himmelsstürmer auf den 40 Meter hohen Aussichtsturm – was für ein Abenteuer! (…)
Geheimnisvoller Schwarzwald: In den Tiefen des Schwarzwaldes, wo die Bäume so dicht stehen, dass das Licht kaum den Waldboden erreicht, wo atemberaubende Schluchten die Landschaft zerfurchen und Flüsse sich rauschend in die Tiefe stürzen, ist viel Raum für Geschichten, Mythen und Legenden.
Umweltschutz im Schwarzwald: Interview mit Sabine Hötzel
Sabine Hötzel: Naturelover und Forestclenaer im Nordschwarzwald
„Gemeinsam machen wir die Welt zu einem besseren Ort“
Naturliebhaberin, Umweltschützerin, Waldreinigerin und Instagrammerin: Die Baden-Badenerin Sabine Hötzel ist ein Vorbild. Bei ihren Wanderungen ist sie stets bewaffnet mit einem blauen oder roten Eimer. Es gibt so gut wie keine Tour, von der sie mit leeren Händen oder eben leeren Eimern zurückkommt. Sie sammelt den Müll ein, den andere Menschen inmitten einer traumhaften Landschaft hinterlassen haben. Den Müll in der Natur bezeichnet sie als „invasive Arten“, die umgesiedelt werden müssen. Und zwar dorthin, wo sie hingehören: in die Mülltonne!
Auf Instagram postet Sabine ihre Müllabenteuer. Zuerst ein stimmungsvolles Naturbild, wie es die meisten Instagrammer mögen, und dann die Keule: Müll, überall Müll! Tüten, Babywindeln, Plastik- und Glasflaschen, ein Autoreifen mitten im Nirgendwo, Corona-Masken ohne Ende und sogar eine Dose Bügelspray aus den 50er Jahren. Die Bilder sind oft erschreckend: Ein idyllischer Weiher, in dem eine Unke sitzt, in direkter Nachbarschaft zu einer Plastikflasche. Oder eine meterlange XXL-Plastikplane, die sie nur mit Mühe aus dem Erdreich herausziehen konnte.
Sabines 10 Müllsünder-Thesen
„Warum wirfst du deinen Müll in diesen wunderschönen Wald?“, fragt Sabine ihre Follower. In ihrem Instagram-Post stellt sie zehn Thesen auf:
Weil ich ein ignoranter und verwöhnter Depp bin?
Weil mir die Umwelt völlig egal ist?
Weil mir Mutti sonst auch immer alles hinterherräumt?
Weil ich zu faul und schwach bin, das Bonbonpapier bis zum nächsten Mülleimer zu schleppen?
Weil ich Freude daran habe, Tiere zu quälen?
Weil ich meinen Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkeln auch noch was hinterlassen möchte (nebst einem IQ von 13)?
Weil mir mein Fischfilet mit Mikroplastik besser schmeckt?
Weil ich es für ein Gerücht halte, dass Müll wie Plastik, Glas und Alufolie sich nicht innerhalb einer Stunde von selbst auflöst?
Weil ich volle Windeln, halbleere, vergammelte Dosen und versiffte Masken im Wald hübsch anzusehen finde?
Weil alles auf mich zutrifft!
Sabine hat Humor. Mit einem Augenzwinkern will sie Menschen aufrütteln und für das Thema sensibilisieren.
„Bitte benehmt euch wie Tiere“, rät sie auf Instagram. Denn Tiere hinterlassen keinen Müll. Menschen schon. „WalkIn, TrashOut“ ist ihr Motto. Sie hofft, so viele Menschen wie möglich zu gewinnen, ihrem Beispiel zu folgen.
„Invasive Arten verbreiten sich immer mehr“
unser BW: Ich bewundere Deinen Einsatz sehr. Meine Familie und ich würden niemals Müll liegenlassen. Das Einzige, was wir hinterlassen, sind unsere Fußabdrücke. Es ist wohl für die meisten Leute selbstverständlich, ihr Zeug wieder einzupacken. Leider gilt das nicht für alle. Wenn Du unterwegs bist, sammelst Du die Hinterlassenschaften anderer ein. Was treibt Dich an, Dich so zu engagieren?
Sabine:
Weil die Archäologen in einer Million Jahre auf keine Hinterlassenschaften wie Glasflaschen und Co. stoßen sollen.
Weil mir mein Fischfilet ohne Mikroplastik besser schmeckt.
Ach ja, und weil ich natürlich ein Vorbild für meine Kinder sein möchte. Ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer Umwelt und den Ressourcen kann nicht früh genug gelernt werden.
unser BW: Gab es einen Impuls, der den Kickoff für Deinen Einsatz darstellte? Oder ein Schlüsselerlebnis?
Sabine: Als ich unter einem Baumstumpf eine XXL-Plane (zehn mal fünf Meter!) herausgezogen habe. Die war komplett mit der Wurzel verwachsen. Oberhalb der Erde hat man nur ein paar Zentimeter Plastik erkennen können.
unser BW: Du liebst die Natur, schützt und achtest sie. Es muss doch unglaublich frustrierend sein, wie Umweltverschmutzer mit ihr umgehen?
Sabine: Hierzu fällt mir ein Zitat von Edward Everett Hale ein: „Ich kann nicht alles tun, aber ich kann etwas tun. Und weil ich nicht alles tun kann, soll ich mich nicht weigern, das zu tun, was ich kann.“
unser BW: Fällt es Dir bei dem ganzen herumliegenden Abfall, den Du entdeckst, nicht manchmal schwer, überhaupt noch die Schönheiten der Natur zu sehen?
Sabine: Autoreifen im Flussbett, Plastikplanen im Erdreich, Flaschen auf dem Waldboden … all diese invasiven Arten haben sich über Jahrzehnte häufig so perfekt an ihre Umwelt angepasst, dass sie kaum zu entdecken sind. Verborgen und gut getarnt wie sie sind, fällt es daher überhaupt nicht schwer, die Schönheiten der Natur zu sehen.
unser BW: Wie reagieren die Leute, die Dir unterwegs begegnen und Dich in Aktion sehen?
Sabine: Von Anerkennung, Lob und Verachtung ist alles dabei. Bezüglich letzterem: Die steigende Vermüllung wird durch die zunehmende Kälte einiger Menschen wieder ausgeglichen.
Glasflaschen: Darüber stolpern eure Nachfahren noch in einer Million Jahren
unser BW: Was war bisher Dein kuriosester Fund unter allen invasiven Arten?
Sabine: Eine halbvolle Dose „Bügelfrei“ aus den 50er Jahren in tadellosem Zustand. Ich Glückspilz aber auch. Nun endlich wird meine Wäsche im Nu faltenfrei, und ich kann mich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren.
unser BW: Im April 2021 hast Du begonnen, auf Instagram Deine Funde zu präsentieren, heute folgen Dir über 8.000 Leute. Tendenz rasch steigend. Überrascht Dich der Erfolg?
Sabine: Ja klar. Wer rechnet schon damit, dass die Leute Müllbilder liken und sich über meine Funde freuen?
unser BW: Wer begleitet Dich auf Deinen Wanderungen?
Sabine: Mein Eimerle – der verliebt sich alle fünf Minuten in eure Hinterlassenschaften.
Unser BW: Sonst noch jemand? Machen Dein Mann und Deine Kinder auch mit und unterstützen Dich? Haben sie Verständnis?
Sabine: Natürlich sind auch meine Kinder und mein Mann mit dabei. Wir lieben alle Müll. Wir sind sowas wie die Olchi-Family.
unser BW: Du klärst Deine Follower auf Instagram auch sehr kompetent über die Müll-Problematik auf. Dass Müll Wildtiere gefährdet, über Plastik in den Ozeanen und die „Lebenserwartung der invasiven Arten“. Wie hast Du Dir dieses Wissen angeeignet?
Sabine: Dank Google ist dieses Wissen nur einen Klick entfernt. Abgesehen davon gibt es ganz tolle Infoseiten vom World Cleanup Day!
unser BW: Du kommst aus Gießen in Hessen. Was hat Dich nach Baden-Baden verschlagen?
Sabine: Die Liebe zum Schwarzwald.
unser BW: Was bedeutet Heimat für Dich?
Sabine: Heimat ist da, wo meine Familie ist.
unser BW: An welche Stellen in Baden-Baden führst Du Deine auswärtigen Gäste besonders gerne?
Sabine (lacht): Wenn ich das hier verraten würde, wären es ganz sicher nicht mehr meine Lieblingsstellen. Ansonsten sind der Battertfelsen, die Geroldsauer Wasserfälle und der Merkur sehr zu empfehlen.
unser BW: In welchem Restaurant oder Café könnte man Dich hier treffen?
Sabine (lacht): Man trifft mich eher im Wald, als im Café.
unser BW: Du gehst gerne im Nordschwarzwald wandern. Wohin zieht es Dich am liebsten?
Sabine: Entlang der Schwarzwaldhochstraße und im Murgtal finden sich tolle Wanderwege.
unser BW: Welche sind Deine Lieblings-Spezialitäten aus Baden-Württemberg?
Sabine: Eindeutig Käsespätzle.
unser BW: Typisch ist für Dich …?
Sabine: Ich bin für jeden Müll … ähm … Spaß zu haben.
unser BW: Gibt es etwas, das Du den Leserinnen und Lesern mitgeben möchtest?
Sabine: Einen Eimer. Möge der Müll mit euch sein!
unser BW: Herzlichen Dank für das interessante Interview! Ich wünsche Dir und uns allen, dass Du jetzt und in Zukunft viele Menschen zum Mitmachen inspirieren kannst.
Mehr über Sabine Hötzels Umweltinitiative gibt es auf Instagram: @sabine.hoetzel
Der Weg ist das Ziel bei Deutschlands erster Crosswander-Tour
Was bedeutet Abenteuer für Dich?
Manche Menschen zieht es wie magisch an: das Abenteuer – es klingt herausfordernd, spannend, nach einem kleinen Kick. Ein Abenteuer ist etwas Unbekanntes, das man bestehen muss. Mit anderen Worten, raus aus dem Alltag, auf zu neuen Ufern. Oder in diesem Fall, rein in den Schwarzwald. Auf dem Albtal-Abenteuer-Track bei Bad Herrenalb im Nordschwarzwald kann man seine wilde, ursprüngliche Seite entdecken.
Schon bald lassen wir Bad Herrenalb hinter uns… und es geht querfeldein durch den Wald
Abenteuer wilde Natur
Eintauchen in echte Natur, auch mal abseits der Wege unterwegs sein, alle Sinne einsetzen. Und ganz ehrlich, wer möchte sich denn nicht mal wie ein Pionier fühlen, der geheimnisvollen Zeichen folgt und neue Wege erkundet? Okay, natürlich entdecken wir auf dem Abenteuerweg nichts, wo nicht schon der ein oder andere vor uns war. Aber stellenweise haben wir genau dieses Gefühl.
Deutschlands erste Crosswander-Tour ist definitiv ein Mikro-Abenteuer für alle, die mehr wollen als einfach „nur“ wandern. Wandern an sich ist ja schon großartig, aber der herausfordernde Charakter ist, wie wir hier sagen, das Tüpfele aufs i.
Eine Challenge sind schon die „Gardemaße“ der Strecke: 25 Kilometer Länge, über 1.000 Höhenmeter, etwa acht Stunden reine Gehzeit. Ja, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Knackig aber machbar.
Über Stock, Steine und einen Bach: Geht es noch idyllischer?Bachüberquerung – die Stiefel sind dichtWie Phönix aus der Asche
Das Abenteuer beginnt
… und dann ist da noch die Art der Wege. Bad Herrenalb ist für viele eher ein Synonym für gute, einfache Wege. Die lassen wir auf der Etappe 1 des Albtal-Abenteuer-Tracks eher links liegen. Am schönsten sind natürlich die Crosswegpassagen, die wir neben alten Forstschneisen und Holzrückerouten nutzen. Es sind auch ein paar gute Schotterwege dabei, die wir aber dankbar annehmen, um hin und wieder verschnaufen zu können.
Direkt in Bad Herrenalb startet das Abenteuer. Unseres beginnt auf dem Wanderparkplatz „Am Wurstberg 34“ neben dem Friedhof. Gespannt auf den vor uns liegenden Tag schnüren wir unsere Wanderstiefel (die übrigens dringend zu empfehlen sind) und schultern den Rucksack, der neben ausreichend Wasser leckeren Proviant und die Kameraausrüstung enthält. All das werden wir noch sehr zu schätzen wissen.
Besser als Geocaching: Wir haben eine Markierung entdecktDrei stilisierte Nadelbäume, der mittlere der Buchstabe A, weisen den WegManchmal war die Wegmarkierung gut auf einem Schild zu sehen …… oder man brauchte fast schon Adleraugen, um die Baumgraffiti zu entdecken Der Kreativität bei der Beschilderung sind keine Grenzen gesetzt
Baumgraffiti weisen den Weg – oder auch nicht
Vorfreude ist die schönste Freude, sagen wir uns, als wir am Waldrand ankommen und uns erst einmal eine geschotterte Forststraße emporkämpfen müssen. Knieschnapperweg ist der wenig ansprechende Name dieses Abschnitts. Ernsthaft? Jetzt schon? Nein, so anstrengend ist es wirklich noch nicht. Nun heißt es Augen offenhalten, um eines der Wegzeichen zu erspähen: Drei stilisierte Nadelbäume, also passend für den Schwarzwald, wovon der mittlere der Buchstabe A ist. Mal ist die Markierung nur schemenhaft zu erkennen, als blasses Baumgraffiti, mal als Aufkleber auf einem Schild. Aber nur selten auf den ersten Blick und gut sichtbar. Dazu noch sehr weit auseinander, das ist ja der Kick für den Entdecker.
Übrigens war dies auch ein Grund, Urlaub zu nehmen und die Tour auf einen Werktag zu legen. Der Gedanke, an einem Wochenende den anderen Lemmingen zu folgen und dadurch schon hunderte Meter im Voraus zu wissen, wo der Weg langgeht, schien uns wenig reizvoll. Schnell stellt sich heraus, dass dies die richtige Entscheidung war. Wir sind fast alleine, nur auf den gut ausgebauten Wegen treffen wir auf andere Wanderer.
Über Stock und über Stein und auch mal durch den Matsch
Schon bald zweigt der Weg nach rechts ab. Drauf haben wir gewartet. Nun geht es steil bergauf und querfeldein. Über Baumstämme und Felsen schlagen wir uns durchs Unterholz. Vorbei an Fichten und Tannen, das ist Schwarzwald pur. Büsche versperren uns den Weg, wir biegen Zweige zur Seite, quetschen uns hindurch. Trittsicherheit ist nun wichtig, der weiche Waldboden ist nun voller abgebrochener Äste und Steine, die es zu überwinden gilt.
Wo geht es nun lang? Keine Markierung in Sicht. Sieht man Spuren? Nein. Also entscheiden wir uns und laufen drauflos. Und freuen uns dann doch, als wir zur Bestätigung unserer Entscheidung nach einigen Metern wieder ein Baumgraffiti entdecken.
Einer der spannendsten Stellen des Tracks ist die Kletterpassage mit Spezialtau. Gesichert mit einem Seil, müssen hier dicke Buntsandsteinbrocken erklommen werden. Zwecks Abenteuerfaktor (und ein paar lustiger Fotos wegen) nutzen wir die dicken Taue. Mit etwas Wandererfahrung und Trittsicherheit genügt es aber auch, lediglich die Hände zur Hilfe zu nehmen. Aber spektakulär sieht es aus, das muss man den Machern lassen, und vielen ist es sicher eine Hilfe. ?
HummelglückÜber Buntsandsteinfelsen kraxelnWo geht es lang?Kletterpassage mit Spezialtau
Mythos Westweg
Ein Stück weit folgen wir nun dem Klassiker der Fernwanderwege im Schwarzwald, dem Westweg. Er wurde schon 1900 vom Schwarzwaldverein angelegt und zählt zu den „Top Trails of Germany“. Er beginnt in Pforzheim und endet in Basel. Wir jedoch bleiben auf dem Albtal-Abenteuer-Track. An dieser Stelle geht es schnell voran, die Waden können sich wieder etwas entspannen. Schön wäre es jetzt, auf einer der komfortablen Aussichtsliegen am Hahnenfalzweg Platz zu nehmen und den beeindruckenden Ausblick zu genießen. Es soll nicht sein, alles ist belegt.
Nach einer kurzen Beobachtung der dicken Hummeln und einiger Zitronenfalter, die sich an den Frühblühern laben, geht es zügig weiter zur Schweizerkopfhütte. Unfassbar schön ist die Aussicht über das Gaistal weit in die Rheinebene hinein. Mit ein klein wenig Stolz betrachten wir von hier oben auch unseren Startort Bad Herrenalb. Ein ganzes Stück ist schon geschafft.
Blick von der Schweizerkopfhütte weit über die Rheinebene
Nun verspüren wir ein klein wenig Hunger. Einen hübschen Picknickplatz finden wir bei der Hahnenfalzhütte. Bei der traumhaften Aussicht schmeckt das Vesper doppelt so gut. Wer nicht den kompletten Track bewältigen will, findet hier die Familien-Variante der Etappe 1: Gleich bei der Hahnenfalzhütte geht es direkt hinunter ins Gaistal und von dort aus mit dem Bus zurück nach Bad Herrenalb.
Hahnenfalzhütte der Skizunft Bad HerrenbergPause mit Traumaussicht vor der Hütte
Sprudelnde Quelle und teuflische Mühle
Für uns geht es bergab zum Albursprung, der in etwa 760 Metern Höhe idyllisch umrahmt von üppigem Grün vor sich hin sprudelt. Von hier aus nimmt die Alb ihren 51 Kilometer langen Weg durch den Nordschwarzwald und die mittlere Oberrheinische Tiefebene bis sie in Karlsruhe in den Rhein mündet. Weiter geht es hinab durch ein süßes Wäldchen mit Zwergbirken bis unter 700 Meter, bevor der Aufstieg zum höchsten Punkt des Tracks führt, nämlich 913 Meter. Auch wenn sich hier erneut ein hübscher Ausblick bietet, zieht es uns doch gleich weiter zur Teufelsmühle. Der Weg ist noch weit. Nicht zu übersehen sind die Grenzsteine entlang des alten Grenzwegs zwischen dem Großherzogtum Baden und dem Königreich Württemberg.
Wir erreichen die Teufelsmühle in Loffenau. Wer hier nach einer Mühle sucht, wird sie nicht finden. Der Ort verdankt seinen Namen einer Sage, nach der die unterhalb des heutigen Baus wild verteilten Sandsteinblöcke die Reste einer vom Teufel errichteten Mühle sein sollen. Die Teufelsmühle und der massive Aussichtsturm sind ein beliebtes Ausflugsziel. Kein Wunder, reicht doch die Aussicht über das Murgtal und in die Rheinebene. Außerdem ist hier der Drachenfliegerstartplatz angesiedelt. Übrigens ist die Gegend rund um die Mühle auch ein idealer Ort zum Heidelbeerenpflücken oder Pilzesammeln.
Leise sprudelt der AlbursprungTeufelsmühle des SchwarzwaldvereinsTraumaussicht von der Teufelsmühle …… von der man kaum genug bekommen kann
Jetzt geht es fast nur noch abwärts – auf den Spuren des Teufels
Der Track hat viele Highlights, keine Frage. Das für uns spektakulärste ist die Waldschlucht „Großes Loch“ und die faszinierenden Sandsteinhöhlen, die sogenannten Teufelskammern. Wie um die Teufelsmühle ranken sich um die Teufelskammern spannende Sagen. Hier soll einst der Teufel persönlich gehaust haben, auch das Erdweiblein, das aus Stroh Gold zaubern konnte, wurde hier gesichtet. Ob man den Geschichten Glauben schenken mag, bleibt jedem selbst überlassen.
Unbestrittene Tatsache ist jedoch, welch faszinierende Landschaften und steinerne Skulpturen die Natur im Laufe der Erdgeschichte erschuf. Das „Große Loch“ entstand durch die stete Arbeit des Laufbaches vor über 200 Millionen Jahren in der Buntsandsteinzeit. „Das Gestein der Teufelskammern besteht aus einem geröllreichen Sandstein mit unterschiedlicher Festigkeit. Die Sandsteinpfeiler und das Dach der Teufelskammern trotzen Dank ihres härteren Gesteins bis heute der Abtragung. Weichere Gesteinsschichten wurden durch die Erosion herausgenagt und weggespült. So entstanden die steinernen Kammern oder Teufelslöcher“, ist in einem Infokasten zu lesen.
Spektakuläre Naturskulptur: die TeufelskammernWaldschlucht „Großes Loch“Im Inneren der Teufelskammern
Um noch ein wenig länger den unfassbar schönen Blick auf die Felsenlandschaft zu genießen, halten wir uns auf dem Weg ins Tal unterhalb der Teufelskammern rechts entlang der „Großen Loffenauer Runde“. Immer wieder halten wir inne, drehen uns um und lassen die abenteuerliche Szenerie auf uns wirken. In der Waldschlucht liegen Bäume wie Mikadostäbe kreuz und quer in einem Bett aus saftiggrünen Gräsern. Mächtige Felsen säumen den Weg.
Entlang der noch jungen Alb wandern wir zum Ausgangspunkt zurück, nicht über den beschriebenen Heuweg sondern über den Albtalweg entlang des „QuellenErlebnisPfades“ (vorbei am Aussichtspunkt „Hör mal“).
Entlang der jungen Alb zurück zum Parkplatz
Eine absolut herausfordernde und abwechslungsreiche Tour voller Highlights, die zurecht zu „Deutschlands schönstem Wanderweg“ des Jahres 2021 vom Wandermagazin nominiert ist.
Der Track in Zahlen
Länge: 25 Kilometer Bergwertung: 1.000 Höhenmeter Dauer: etwa 8 Stunden plus Zeit zum Genießen und Staunen
Auch wenn es vielleicht ein wenig auf Kosten des Abenteuerfaktors geht, empfehlen wir zur Vorsicht, den GPX-Track vor Beginn der Tour herunterzuladen (teilweise wurden auch Markierungen mutwillig entfernt)
Ausreichend Getränke und Verpflegung mitnehmen (während unserer Tour gab es auf der Strecke nichts zu kaufen)
Festes Schuhwerk und eine gute Kondition machen es ein bissle leichter ?
Diese Website verwendet Cookies. Einige sind essenziell, andere helfen, das Nutzererlebnis zu verbessern
(Analyse- und Marketingcookies). Nähere Informationen dazu und zu Ihren Rechten als Benutzer finden Sie
in unserer Datenschutzerklärung am Ende der Seite. Klicken Sie auf „Alle akzeptieren“, um Cookies zu akzeptieren
und direkt unsere Website besuchen zu können.