Magnolienblüte in der Wilhelma Stuttgart

Magnolienblüte in der Wilhelma Stuttgart

Magnolienblüte in der Wilhelma Stuttgart

Weilheim an der Teck Bertoldsplatz und Peterskirche
Weilheim Rathaus

Einer der größten Magnolienhaine Europas

 

Wenn im Frühjahr die Tage wärmer werden, entfaltet sich in der Stuttgarter Wilhelma das duftende Blütenmeer der Magnolien. Rund 70 Bäume zählt der größte Magnolienhain Europas nördlich der Alpen. Im Maurischen Garten der Wilhelma erwachen die Knospen je nach Temperatur meist Ende März bis Anfang April aus dem Winterschlaf. Und dann beginnt das Blütenspektakel: Von strahlend weiß über zartrosa bis purpurrot erfreuen die opulenten Blüten Insekten und Besucher. Spätestens jetzt wird dir klar, warum eine Magnolie auch als „Königin der Gehölze“ bezeichnet wird. Blühende Magnolien sind mit das Schönste in der Welt der Pflanzen. Wandle im Magnolienhain und lass dich vom zarten, teils süßen und zitronigen Duft betören.

Magnolien gehören zu den ältesten Blütenpflanzen der Erde

 

Als vor über 100 Millionen Jahren noch Dinosaurier durch die Lande streiften, gab es bereits Magnolien. Alle heutigen, sogenannten Bedecktsamer haben sich aus ihnen entwickelt: also Laubgehölze, Stauden und Gräser. Weltweit gibt es rund 80 Arten, allein im Maurischen Garten der Wilhelma kannst du 23 Arten bewundern. Insbesondere die gigantischen Blüten einiger Tulpenmagnolien sind typisch für diese lebenden Fossilien.

Schon König Wilhelm I. liebte Magnolien

 

Auch heute noch kannst du ein gutes Dutzend alter Magnolien aus der Zeit von König Wilhelm I. von Württemberg bestaunen. Um das orientalisch-exotische Ambiente seines Refugiums zu perfektionieren, ließ er ab 1850 Magnolien pflanzen. Er schätzte ihre Schönheit und Blühfreude. Die ältesten Magnolien-Methusalems sind demnach schon rund 170 Jahre alt. Woran erkennst du die historischen Bäume? Sie haben eine ganz besondere Form, denn ihre Äste neigen bis auf den Boden und scheinen sich dort abzustützen.

Weilheim Rathaus
Weilheim Peterskirche

Lustwandeln im Maurischen Garten

 

Wie schön, dass wir heute alle in Deutschlands einzigem zoologisch-botanischen Garten wandeln können. Umgeben von historischen Gewächshäusern, zwischen Seerosenteichen und überdachten Wandelgängen ist die Magnolienblüte definitiv eines der Highlights in der Wilhelma. Den Startschuss der Magnoliensaison geben die schneeweißen Sternmagnolien mit ihren filigranen, spitzen Blütenblättern und dem unvergleichlichen Duft. Dann geht es Schlag auf Schlag. Es folgen die rosafarbene Sternmagnolie „Leonard Messel“, die Tulpenmagnolien und zu guter Letzt die Purpur-Magnolien. Etwa zwei Wochen lang ist ihre unfassbar schöne Blütenpracht gemeinsam zu sehen. Doch dafür braucht es etwas Glück – zu viel Regen oder gar Frost macht den empfindlichen Riesenblüten den Garaus.

Weilheim Peterskirche

Noch mehr Magnolien

 

Auch wenn die rund 70 Magnolien im Maurischen Garten definitiv der Blüten-Höhepunkt sind, gibt es noch etwa 20 weitere Exemplare in und vor der Wilhelma zu entdecken. So gibt es hier immergrüne Magnolien, die Gurkenmagnolie vor dem Aquarium mit ihrer auffälligen Wuchsform und den Amerikanischen Tulpenbaum. Vor den Toren der Wilhelma erhältst du einen ersten Vorgeschmack direkt am Haupteingang an der Stadtbahn-Haltestelle. Und wenn du dich an der Blütenpracht gar nicht sattsehen kannst, mach es wie ich und statte auch noch den blühenden Kamelien im Gewächshaus einen Besuch ab.

Tipps für deinen Wilhelma-Besuch und die Magnolienblüte

  • Du willst wissen, wann die Magnolien blühen? Dann schau einfach mit der Webcam in den Maurischen Garten mit dem Magnolienhain, dem Seerosenteich und dem Maurischen Landhaus.
  • Wenn du in Ruhe den Blütenzauber genießen magst, mach dich am besten unter der Woche gleich nach Öffnung der Wilhelma auf den Weg. Vermeide die Stoßzeiten am Wochenende (da ist sogar häufig das Parkhaus voll).
  • Wenn du keine Jahreskarte hast und du kein Fördermitglied bist, ist ein Ticket mit 20 Euro (Stand April 2022) nicht ganz ohne. Deshalb plane einen längeren Besuch ein, und besichtige auch die anderen Highlights der Wilhelma Stuttgart.
  • Verhungern wirst du in der Wilhelma Stuttgart nicht: Es gibt verschiedene Restaurants und Eisstände. Wenn du aber auf dein Budget achten musst, kannst du dir dein Picknick einfach mitnehmen. Es gibt zahlreiche Bänke, die zu einer gemütlichen Rast einladen – und du kannst dabei oft noch Tiere beobachten. Mega!
  • Weitere Infos auf den Seiten der Wilhelma.

Hinweise:
Alle Bilder: Aufnahmeort Wilhelma Stuttgart
Die Werbung in diesem Beitrag für Stuttgart und die Wilhelma, die ich nenne und verlinke, erfolgt unbeauftragt und ohne Bezahlung.

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6 ganz persönliche Highlights im Höhenpark Killesberg in Stuttgart

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„Mein“ Tor zum Blumen-Paradies im Höhenpark Killesberg ist der Cannstatter Eingang in der Maybachstraße. Vom lauten Pragsattel kommend, entlang einer vielbefahrenen Straße biege ich ab in eine Oase der Ruhe, der Farben und der Düfte. Unglaublich, wie perfekt die Gärtner und Planer das optische Zusammenspiel der Blüten beherrschen. Mal geht es Ton und Ton, mal voller Kontraste, wunderschön gestaffelt und von oppulenter Fülle. Ein flammendes Beet in warmen Gelb- und Rottönen, ein kühleres Gegenstück in Blau und Lila. Und immer wieder ragen Kunstwerke aus dem üppigen Blütenmeer empor. Winterpause? Die gibt es hier nicht. Das ganze Jahr über ist der Park ein Traum.

Rhododendren im Höhenpark Killesberg
Rhododendron-Blüte im Mai

Es ist schwer zu entscheiden, welches die Höhepunkte im Park sind. Er ist nämlich voll davon. Für den einen sind es die zahlreichen Kunstwerke. Für den anderen das Höhenfreibad oder die Killesbergbahn mit der Dampflok. Und wieder andere lieben Eliszis Jahrmarktstheater, das während des Sommers in Betrieb ist, und das in guten Zeiten jährlich stattfindende Lichterfest mit herrlichem Feuerwerk.

Mir haben es vor allem die Flora und Fauna sowie die Bauingenieurs-Kunst angetan.

Meine 6 Highlights im Höhenpark Killesberg

1. Das Tal der Rosen

Einer meiner Lieblingsorte im Park ist das Tal der Rosen. Tausende Rosenarten duften und blühen um die Wette. Es ist ebenso der Seerosenteich, der eine herrliche Ruhe ausstrahlt. Unerwartet sind die Bananenstauden, die man in hiesigen Gefilden weniger erwartet und die eher an die Kanaren oder die Tropen erinnern. Überraschend ist, dass sie im Freien überwintern: bis auf den Stumpf zurückgeschnitten und dick in ein warmes Bett aus Laub eingemummelt.

Blühende Rosen im Tal der Rosen im Höhenpark Killesberg
Tausende von Blüten im Tal der Rosen

2. Die Blumen im Höhenpark

Das Gartenjahr beginnt im Frühling mit Tulpen und Narzissen, Blausternen und Hyazinthen, Anemonen und Wiesen voller Krokusse. Alleine von den Primeln soll es im Park über 40 Arten geben. Riesige Beete voller Stiefmütterchen in verschiedenen Farben sorgen für einen Wow-Effekt.

Beinahe nahtlos scheint der Übergang zu den Sommerblumen von Rittersporn über Tagetes bis hin zu Taglilien und Rudbeckien. Astern läuten das Ende des Sommers ein. Im Winter ist der Erikahang in Rosa, Violett und Weiß ein blühender Blickfang, vor allem da im Hintergrund noch malerisch der Killesbergturm thront.  

Immer wieder wuseln Gärtnerinnen und Gärtner umher, um Zehntausende von Stauden zu hegen und zu pflegen. Für mich als Hobbygärtnerin ist das hochinteressant. Ich schaue genau zu und orientiere mich hier, um selbst den idealen Schnitt- und Pflanzzeitpunkt für die Pflanzen im eigenen Garten zu finden.

Violettes Beet im Höhenpark Killesberg
Violetter Blütentraum mit Killesbergturm im Hintergrund
Steigendes Pferd im Höhenpark Killesberg
Kunstwerk "Steigendes Pferd" von Fritz von Graevenitz am Cannstatter Eingang
Exotisches Beet im Höhenpark Killesberg
Leider nicht winterhart: exotisches Beet
Frangipani im Höhenpark Killesberg
Frangipani, eine duftendeTropenschönheit

3. Die Dahlienschau

Unbestrittener Höhepunkt für Blumenfans ist die alljährlich stattfindende Dahlienschau. Von Anfang August bis Ende September ziehen etwa 10.000 Dahlien zahlreiche Besucher an und bescheren ihnen die Qual der Wahl. Denn es wird gewählt: die schönste Dahlie Stuttgarts. Und es ist wahrlich nicht leicht sich für eine der 200 Sorten zu entscheiden. Ist es eine einfach blühende Dahlie, die von vielen Bienen und Hummeln frequentiert wird? Oder ist es eine Halskrausen-, eine Seerosen- oder eine Ball-Dahlie? Zudem buhlen Pompon- und Kaktusdahlien um die Gunst der Besucher auf einer Fläche von 1.800 Quadratmetern. Damit ist die Dahlienschau im Höhenpark Killesberg eine der größten in Deutschland. 2021 wählten die Besucher die Semi‐Kaktus‐Dahlie „Sorbet“ zur Siegerin.

Dahlie 7 im Höhenpark Killesberg
Dahlie 6 im Höhenpark Killesberg
Dahlie 5 im Höhenpark Killesberg
Dahlie 1 im Höhenpark Killesberg
Dahlie 3 im Höhenpark Killesberg
Dahlie 2 im Höhenpark Killesberg

4. Die Vielfalt der Bäume

Wer hat schon einmal einen Taschentuchbaum gesehen? Im Höhenpark gibt es beim Primelgarten ein prächtiges Exemplar von dem aus China stammenden Baum. Wie weiße Taschentücher hängen die großen, bis zu 16 Zentimeter langen Hochblätter an den Zweigen. Während der Blütezeit im Mai lockt der Baum viele Gäste an. Mit ein wenig Phantasie erinnern die weißen „Lappen“ an einen Schwarm weißer Tauben, weshalb er auch Taubenbaum genannt wird. Im Herbst zieren kugelige, walnussähnliche Samen den Baum.

Taschentuchbaum im Höhenpark Killesberg
Ein prächtiger Taschentuchbaum ...
Blüten Taschentuchbaum im Höhenpark Killesberg
... mit Blüten wie weiße Taschentücher

Eine andere Besonderheit ist der monumentale Blauglockenbaum (Paulownie) am Flamingosee. Das Gehölz mit den großen herzförmigen Blättern stammt ebenfalls aus China. Im Mai ist der Blauglockenbaum über und über voll mit zarten violettblauen, glockenförmigen Blüten.

Blauglockenbaum Höhenpark Killesberg
Monumentaler Blauglockenbaum am Flamingosee

Schon von weitem leuchten die mächtigen Tulpen- und Sternmagnolien im März und April. Die Tulpenmagnolien bieten in Zartrosa einen traumhaften Anblick. Den schneeweißen Sternmagnolien sollte man sich unbedingt nähern. Ihr Duft ist einfach unglaublich.

Das Gelände des Höhenparks Killesberg war früher ein Steinbruch. Pionierbaumarten wie Robinien und Birken besiedelten die freien Schuttflächen. An vielen Orten im Park sind sie die vorherrschenden Gehölze.

Sternmagnolie im Höhenpark Killesberg
Sternmagnolie, eine riesige weiße Blütenwolke
Dahlie 1 im Höhenpark Killesberg
Verschwenderische Blütenpracht der Tulpenmagnolie

5. Der singende und schwingende Killesbergturm

Willst du auf den höchsten Punkt im Park, musst du 174 Stufen steigen. Über 40 Meter misst der Killesbergturm, der 400 Meter über dem Meeresspiegel thront. Die Mühe lohnt sich: Es bietet sich ein Panoramablick bis zur Schwäbischen Alb, den Stromberg, den Glemswald und das Remstal. Ein wenig Schwindelfreiheit ist allerdings notwendig. Die raffinierte Stahlkonstruktion des Turms ist sehr filigran und transparent. Um einen mittigen Mast windet sich ein Netz aus 48 Spiralen. Der Stuttgarter Bauingenieur Professor Jörg Schlaich wurde mehrfach dafür ausgezeichnet. Der besondere Kick: Der Turm schwingt bei der Besteigung leicht mit, und bei Wind hört man ihn „singen“.

Killesbergturm im Höhenpark Killesberg
174 Stufen bis zum Panoramablick
Killesbergturm und Erika im Höhenpark Killesberg
Oft im Mittelpunkt: der Killesbergturm

6. Die Tiere des Höhenparks

Nicht nur Kinder lieben die Ziegen, Ponys, Esel, Alpakas und Schweine im großen Tiergehege des Höhenparks. Mit dem Futter aus dem Automaten dürfen die Besucherinnen und Besucher sie sogar füttern. Ein besonderer Spaß für Groß und Klein. Auf und neben den Wegen sowie in den Teichen tummeln sich zahlreiche Wasservögel wie Enten, Gänse und Flamingos. Beliebt ist der Park auch bei exotischen Gästen. So finden zum Beispiel Streifengänse und Nilgänse gute Lebensbedingungen und haben sich angesiedelt.

Doch nicht immer ist das Zusammenleben mit den gefiederten Einwanderern harmonisch: Im Frühjahr 2021 hielt ein wildes Kanadagänse-Paar die Besucher mit ihren Attacken in Atem. Ein Bereich musste für die brütenden Gänse abgesperrt werden.

Alpaka im Höhenpark Killesberg sieht aus wie ein Bär
Ein Bär? Nein, es ist eines der Alpakas im Tiergehege des Höhenparks
Alpaka mit hellem Fell im Höhenpark Killesberg
Dunkle Knopfaugen und coole Frisur
Alpaka mit weißer Locke im Höhenpark Killesberg
Der Blick sagt mehr als tausend Worte ...
Kanadagänse im Höhenpark Killesberg
Kanadagänse am Flamingo-See
Flamingos am See
Flamingos vor malerischer Kulisse

Sehr viele Menschen in der Region Stuttgart verbinden schöne Kindheitserinnerungen mit dem Höhenpark Killesberg: Die Fahrten mit dem „Bähnle“, die Sonntagsausflüge mit den Eltern, der Besuch des Jahrmarkts oder ganz einfach der unvergleichliche Duft von frisch gebackenen Waffeln und Zuckerwatte. Eine Ur-Stuttgarterin erzählte mir beim Flanieren durch den Park, sie wisse noch ganz genau, durch welchen Eingang sie gingen und welche Wege sie schon vor Jahrzehnten gelaufen seien. Der Park ist ein Stück ganz persönliche Stadtgeschichte.

Killesbergbahn im Höhenpark Killesberg
Die Killesbergbahn dreht ihre Runden von April bis Oktober durch den Höhenpark

Wissenswertes in aller Kürze über den Stuttgarter Höhenpark

  • Öffnungszeiten: Der Höhenpark ist ganzjährig und durchgängig geöffnet
  • Kostenloser Eintritt
  • 50 Hektar groß
  • Bestandteil des „Grünen U“ von Stuttgart
  • Die Anlage geht auf die Maßnahmen zur Reichsgartenschau 1939 zurück
  • Ursprünglich als Steinbruch genutzt
  • Nach Plänen des Landschaftsarchitekten Hermann Mattern zum Park und Ausstellungsgelände umgestaltet
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es im Höhenpark weitere Gartenbauausstellungen
  • Gastronomie: Höhencafé, Milchbar, Schwäbische Weinstube, Oh Julia, Theos Eisdiele, Ins Blaue
  • „Theater in der Badewanne“ mit Vorführungen für Kinder
Stuttgartologe Uwe T. Schaal

Stuttgartologe Uwe T. Schaal

Mittendrin in unserem BW:

Interview mit dem Stuttgartologen Uwe T. Schaal

Leidenschaftlich gern ein Stuttgarter: Uwe T. Schaal

„I wurd stark und groß mit Spätzle und Soß“

Stuttgartologe, Neudenker, Kolumnist, Stuttgarter Stadtführer und Schwabe mit Leib und Seele – all das ist Uwe T. Schaal.

Schon in jungen Jahren lag ihm die Schönheit „seiner Stadt“ Stuttgart am Herzen. Er schrieb Leserbriefe an die Stuttgarter Nachrichten, schrieb ans Rathaus, was ihm sogar ein Treffen mit dem damaligen OB Manfred Rommel verschaffte. Uwe ließ nie locker, engagierte sich im Zukunftsforum Feuerbach und dem Aufbruch Stuttgart. Mit seiner Webseite „Stuttgart-neu-gedacht“ macht er seine Ideen seit einigen Monaten öffentlich.

unser BW: Uwe, was treibt Dich an, Dich so sehr für Deine Heimatstadt zu engagieren?

Uwe: Stuttgart ist in der Fläche schön mit tollen Vierteln und lebendigen Treffpunkten. Leider gibt es aber auch an neuralgischen Punkten wie Königstraße und Marktplatz viel glanzlose Durchschnittsarchitektur.

Diese Meinung teilen viele Hauptstadtschwaben mit mir, aber scheinbar nicht jene, die hier für Stadtplanung zuständig sind. Solange ich noch schnaufen kann, kämpfe ich für Verschönerungen und gegen öde Rechteckarchitektur.

unser baden Württemberg menschen
Im Herzen der Stadt: das Neue Schloss

unser BW: Darüber schreibst Du ja unter anderem in Deiner E-Mail-Kolumne „Stadtsichter“. Seit vielen Jahren verewigst Du hier Deine Eindrücke aus unzähligen Stadtspaziergängen. Kostet das nicht irrsinnig viel Zeit?

Uwe: Zuallererst muss man neugierig sein. Man erlebt schon morgens auf dem Weg ins Büro Zwischenmenschliches, am Straßenrand Kurioses.

Als leidenschaftlicher Stadtbahnfahrer bewege ich mich alltäglich in einem Soziotop. Wichtig ist, keine festen Wege zu haben. Ich kaufe beispielsweise auch mal in anderen Bezirken meine Lebensmittel und streife dort durch die Straßen. Die SSB bringt mich immer wieder nach Hause. Aber ja, freilich kostet das Zeit. Kolumnist wird man als Stubenhocker nicht.

unser BW: Wie kamst Du zu dem ehrenhaften Titel „Stuttgartologe“?

Uwe: Das ist mir bei meinen geliebten Wortspielen während einer Stadtführung mit einer regelmäßigen Gruppe mal rausgerutscht (grinst). Alle waren sich einig, dass dies voll zu mir passen würde, und das ist hängengeblieben, also „bäbbt no“.

unser BW: Was würdest Du dem neuen OB Frank Nopper raten?

Uwe: Ich hatte schon einen kleinen Kontakt zu ihm. Raten kann man einem Chef von 15.000 Beschäftigten nur wenig. Auf meiner Webseite findet sich als Vorschlag eine Ausgehmeile am Neckar und natürlich möchte ich, dass sich Stuttgart architektonisch wieder mehr an seiner Vergangenheit orientiert, denn die Stadt gehörte mal zu den prächtigsten der Republik.

Er sollte sich Visionen nicht verschließen, denn allzu lange hat man nur vor sich hingewerkelt und selten groß gedacht.

unser BW: Du hast in allen vier Stadtregionen gewohnt: In den Innen-, Nord-, Filder- und Neckarbezirken. Gibt es einen Bezirk, für den Dein Herz besonders schlägt?

Uwe: Als gebürtiges Kesselkind würde ich gerne wieder dort wohnen. Dort ist es dicht aber auch sehr atmosphärisch, zumal immer mehr junge Familien dorthin zurückkehren. Während der Pandemie hat man einen sozialen Zusammenhalt gespürt, den man in den Reihenhaussiedlungen am Stadtrand nicht hat.

Favoriten sind das Bismarckplatzviertel (West) und der kleine Stadtteil Lehen (Süd). Ansonsten ist Feuerbach abseits der Durchgangsstraßen eine tolle Adresse mit viel Leben.

unser BW: Was bedeutet Heimat für Dich?

Uwe: Puh, eine Frage, mit der ich mich oft auseinandersetze (pausiert kurz). Ich kann mich seelisch tief auf einen Ort einlassen. Heimatgefühle habe ich in Stuttgart und Lugano.

Heimat ist aber vor allem meine Freundin, durch die ich Teilzeit-Ludwigsburger geworden bin. Somit habe ich also auch einen Blick von außen auf Stuttgart.

unser BW: An welche Stellen Stuttgarts führst Du Deine auswärtigen Gäste besonders gerne?

"Stuttgart hat viele Superlative und Besonderheiten"

Uwe: Das hängt davon ab, ob sie Neulinge sind oder die Stadt recht gut kennen. Die Karlshöhe ist sehr oft dabei, weil es hier tolle Straßenzüge gibt, Besonderheiten, wie das Lapidarium oder natürlich den Biergarten auf dem Buckel. Ich steuere immer einen Panoramapunkt an, wo ich dann einiges über die Stadt erzähle, die so viele Superlative und Besonderheiten hat, welche selbst Stuttgarter oft nicht kennen. Ansonsten arbeite ich auf Wunsch, und das umfasst alle Gegenden der Stadt.

unser BW: Hast Du einen persönlichen Lieblingsplatz in Stuttgart?

Uwe: Das ist stimmungsabhängig. Die ruhigen Momente kann man nirgends besser genießen als auf einem der beiden Plätzchen in der Falterau. Alte Gassen ziehe ich mir gerne in Hofen und Plieningen rein. Da ich aber eher ins Leben dränge, steht bei mir der Bismarckplatz ganz oben, auch wegen der tollen Lokale.

unser BW: In welchem Restaurant oder Café sieht man Dich am häufigsten?

Uwe: Stammrestaurant, wobei ich viele frequentiere, ist das Sultan Saray in der Filderstraße. Bei den Cafés möchte ich das „Zimt und Zucker“ nennen, Herbert‘z Espressobar und das Glora, weil es nur dort die italienische Trinkschokolade gibt.

unser BW: Du gehst auch gerne außerhalb der Stadtgrenzen im Land wandern. Wohin zieht es Dich am liebsten?

Uwe: Hmmm, noch eine fiese Frage. Ich kenne viele Flecken und die Entscheidung fällt immer wieder neu, je nach Stimmung. Völlig unterschätzt sind das Strohgäu, aber auch Stromberg und Kraichgau, die ineinander übergehen.

unser BW: Waren oder sind Deine Kinder ebenfalls begeisterte Wanderer?

Uwe: Die Armen sind durch eine harte Schule gegangen (lacht laut). Aber sie sind Läufer geworden und legen in Stuttgart oft viele Kilometer zu Fuß zurück, auch immer auf der Suche nach neuen Flecken. Sie bewegen sich überwiegend in der Stadt, während ich das ganze Ländle unsicher mache.

Unser BW: Wie hast Du es geschafft, sie dafür zu motivieren?

Keine Ahnung! Sie mussten zumindest lange betteln, bis sie als Kleinkinder auf Papas Schulter durften. Meistens haben sie rechtzeitig aufgegeben (grinst).

unser BW: Welche sind Deine Lieblings-Spezialitäten aus Baden-Württemberg?

Uwe: Auch als globaler Esser, was man in Stuttgart schon fast zwangsläufig wird, begeistere ich mich immer wieder für hiesigen Kartoffelsalat, Spätzle, Ofenschlupfer. In d’Linse kört Essig und in d‘r Nachdisch Zibebe!

unser BW: Typisch ist für Dich …?

Uwe: Mangelnde Selbstdisziplin. Man hat mir schon manch Talent nachgesagt, aber ich schaffe es einfach nicht, mich auf eines zu konzentrieren. Die einen schätzen meine Fotos, andere meine Schriften und auch als Moderator und Unterhalter war ich schon zugange. Ich kann halt von nichts die Hände lassen. Außer vom Haushalt vielleicht …

unser BW: Herzlichen Dank, lieber Uwe, für das inspirierende Interview!

Uwe: Immer wieder gerne! Außerdem noch ein Lob für „unser BW“. Toll gemacht und die perfekte Ergänzung zu meiner Großstädterei!

Mehr über Uwe T. Schaals Ideen 
gibt es hier