Höhenpark Killesberg Stuttgart

6 ganz persönliche Highlights im Höhenpark Killesberg in Stuttgart

Ist das eine Liebeserklärung? An einen Park? Ganz klar: ja. Der Höhenpark Killesberg ist ein abwechslungsreiches Ausflugsziel für die ganze Familie. Er ist ein Ort der Entspannung in der Mittagspause oder nach Feierabend für die Berufstätigen. Und er ist ein Riesenspaß für Kitagruppen und Schulklassen. Was man hier so alles erleben kann? Du kannst zum Beispiel im Tal der Rosen wandeln, auf den Aussichtsturm steigen, die schönste Dahlie wählen, dem Plätschern der Wasserspiele lauschen, die Flamingos am See beobachten, mit einer Dampflock herumpötteln oder dich einfach nur an Tausenden von Blüten erfreuen. Wem geht da nicht das Herz auf?

Alpaka "Silberlocke" im Höhenpark Killesberg
Alpaka im Tiergehege des Höhenparks Killesberg

Tor zum Paradies im Höhenpark

„Mein“ Tor zum Blumen-Paradies im Höhenpark Killesberg ist der Cannstatter Eingang in der Maybachstraße. Vom lauten Pragsattel kommend, entlang einer vielbefahrenen Straße biege ich ab in eine Oase der Ruhe, der Farben und der Düfte. Unglaublich, wie perfekt die Gärtner und Planer das optische Zusammenspiel der Blüten beherrschen. Mal geht es Ton und Ton, mal voller Kontraste, wunderschön gestaffelt und von oppulenter Fülle. Ein flammendes Beet in warmen Gelb- und Rottönen, ein kühleres Gegenstück in Blau und Lila. Und immer wieder ragen Kunstwerke aus dem üppigen Blütenmeer empor. Winterpause? Die gibt es hier nicht. Das ganze Jahr über ist der Park ein Traum.

Rhododendren im Höhenpark Killesberg
Rhododendron-Blüte im Mai

Es ist schwer zu entscheiden, welches die Höhepunkte im Park sind. Er ist nämlich voll davon. Für den einen sind es die zahlreichen Kunstwerke. Für den anderen das Höhenfreibad oder die Killesbergbahn mit der Dampflok. Und wieder andere lieben Eliszis Jahrmarktstheater, das während des Sommers in Betrieb ist, und das in guten Zeiten jährlich stattfindende Lichterfest mit herrlichem Feuerwerk.

Mir haben es vor allem die Flora und Fauna sowie die Bauingenieurs-Kunst angetan.

Meine 6 Highlights im Höhenpark Killesberg

1. Das Tal der Rosen

Einer meiner Lieblingsorte im Park ist das Tal der Rosen. Tausende Rosenarten duften und blühen um die Wette. Es ist ebenso der Seerosenteich, der eine herrliche Ruhe ausstrahlt. Unerwartet sind die Bananenstauden, die man in hiesigen Gefilden weniger erwartet und die eher an die Kanaren oder die Tropen erinnern. Überraschend ist, dass sie im Freien überwintern: bis auf den Stumpf zurückgeschnitten und dick in ein warmes Bett aus Laub eingemummelt.

Blühende Rosen im Tal der Rosen im Höhenpark Killesberg
Tausende von Blüten im Tal der Rosen

2. Die Blumen im Höhenpark

Das Gartenjahr beginnt im Frühling mit Tulpen und Narzissen, Blausternen und Hyazinthen, Anemonen und Wiesen voller Krokusse. Alleine von den Primeln soll es im Park über 40 Arten geben. Riesige Beete voller Stiefmütterchen in verschiedenen Farben sorgen für einen Wow-Effekt.

Beinahe nahtlos scheint der Übergang zu den Sommerblumen von Rittersporn über Tagetes bis hin zu Taglilien und Rudbeckien. Astern läuten das Ende des Sommers ein. Im Winter ist der Erikahang in Rosa, Violett und Weiß ein blühender Blickfang, vor allem da im Hintergrund noch malerisch der Killesbergturm thront.  

Immer wieder wuseln Gärtnerinnen und Gärtner umher, um Zehntausende von Stauden zu hegen und zu pflegen. Für mich als Hobbygärtnerin ist das hochinteressant. Ich schaue genau zu und orientiere mich hier, um selbst den idealen Schnitt- und Pflanzzeitpunkt für die Pflanzen im eigenen Garten zu finden.

Violettes Beet im Höhenpark Killesberg
Violetter Blütentraum mit Killesbergturm im Hintergrund
Steigendes Pferd im Höhenpark Killesberg
Kunstwerk "Steigendes Pferd" von Fritz von Graevenitz am Cannstatter Eingang
Exotisches Beet im Höhenpark Killesberg
Leider nicht winterhart: exotisches Beet
Frangipani im Höhenpark Killesberg
Frangipani, eine duftendeTropenschönheit

3. Die Dahlienschau

Unbestrittener Höhepunkt für Blumenfans ist die alljährlich stattfindende Dahlienschau. Von Anfang August bis Ende September ziehen etwa 10.000 Dahlien zahlreiche Besucher an und bescheren ihnen die Qual der Wahl. Denn es wird gewählt: die schönste Dahlie Stuttgarts. Und es ist wahrlich nicht leicht sich für eine der 200 Sorten zu entscheiden. Ist es eine einfach blühende Dahlie, die von vielen Bienen und Hummeln frequentiert wird? Oder ist es eine Halskrausen-, eine Seerosen- oder eine Ball-Dahlie? Zudem buhlen Pompon- und Kaktusdahlien um die Gunst der Besucher auf einer Fläche von 1.800 Quadratmetern. Damit ist die Dahlienschau im Höhenpark Killesberg eine der größten in Deutschland. 2021 wählten die Besucher die Semi‐Kaktus‐Dahlie „Sorbet“ zur Siegerin.

Dahlie 7 im Höhenpark Killesberg
Dahlie 6 im Höhenpark Killesberg
Dahlie 5 im Höhenpark Killesberg
Dahlie 1 im Höhenpark Killesberg
Dahlie 3 im Höhenpark Killesberg
Dahlie 2 im Höhenpark Killesberg

4. Die Vielfalt der Bäume

Wer hat schon einmal einen Taschentuchbaum gesehen? Im Höhenpark gibt es beim Primelgarten ein prächtiges Exemplar von dem aus China stammenden Baum. Wie weiße Taschentücher hängen die großen, bis zu 16 Zentimeter langen Hochblätter an den Zweigen. Während der Blütezeit im Mai lockt der Baum viele Gäste an. Mit ein wenig Phantasie erinnern die weißen „Lappen“ an einen Schwarm weißer Tauben, weshalb er auch Taubenbaum genannt wird. Im Herbst zieren kugelige, walnussähnliche Samen den Baum.

Taschentuchbaum im Höhenpark Killesberg
Ein prächtiger Taschentuchbaum ...
Blüten Taschentuchbaum im Höhenpark Killesberg
... mit Blüten wie weiße Taschentücher

Eine andere Besonderheit ist der monumentale Blauglockenbaum (Paulownie) am Flamingosee. Das Gehölz mit den großen herzförmigen Blättern stammt ebenfalls aus China. Im Mai ist der Blauglockenbaum über und über voll mit zarten violettblauen, glockenförmigen Blüten.

Blauglockenbaum Höhenpark Killesberg
Monumentaler Blauglockenbaum am Flamingosee

Schon von weitem leuchten die mächtigen Tulpen- und Sternmagnolien im März und April. Die Tulpenmagnolien bieten in Zartrosa einen traumhaften Anblick. Den schneeweißen Sternmagnolien sollte man sich unbedingt nähern. Ihr Duft ist einfach unglaublich.

Das Gelände des Höhenparks Killesberg war früher ein Steinbruch. Pionierbaumarten wie Robinien und Birken besiedelten die freien Schuttflächen. An vielen Orten im Park sind sie die vorherrschenden Gehölze.

Sternmagnolie im Höhenpark Killesberg
Sternmagnolie, eine riesige weiße Blütenwolke
Dahlie 1 im Höhenpark Killesberg
Verschwenderische Blütenpracht der Tulpenmagnolie

5. Der singende und schwingende Killesbergturm

Willst du auf den höchsten Punkt im Park, musst du 174 Stufen steigen. Über 40 Meter misst der Killesbergturm, der 400 Meter über dem Meeresspiegel thront. Die Mühe lohnt sich: Es bietet sich ein Panoramablick bis zur Schwäbischen Alb, den Stromberg, den Glemswald und das Remstal. Ein wenig Schwindelfreiheit ist allerdings notwendig. Die raffinierte Stahlkonstruktion des Turms ist sehr filigran und transparent. Um einen mittigen Mast windet sich ein Netz aus 48 Spiralen. Der Stuttgarter Bauingenieur Professor Jörg Schlaich wurde mehrfach dafür ausgezeichnet. Der besondere Kick: Der Turm schwingt bei der Besteigung leicht mit, und bei Wind hört man ihn „singen“.

Killesbergturm im Höhenpark Killesberg
174 Stufen bis zum Panoramablick
Killesbergturm und Erika im Höhenpark Killesberg
Oft im Mittelpunkt: der Killesbergturm

6. Die Tiere des Höhenparks

Nicht nur Kinder lieben die Ziegen, Ponys, Esel, Alpakas und Schweine im großen Tiergehege des Höhenparks. Mit dem Futter aus dem Automaten dürfen die Besucherinnen und Besucher sie sogar füttern. Ein besonderer Spaß für Groß und Klein. Auf und neben den Wegen sowie in den Teichen tummeln sich zahlreiche Wasservögel wie Enten, Gänse und Flamingos. Beliebt ist der Park auch bei exotischen Gästen. So finden zum Beispiel Streifengänse und Nilgänse gute Lebensbedingungen und haben sich angesiedelt.

Doch nicht immer ist das Zusammenleben mit den gefiederten Einwanderern harmonisch: Im Frühjahr 2021 hielt ein wildes Kanadagänse-Paar die Besucher mit ihren Attacken in Atem. Ein Bereich musste für die brütenden Gänse abgesperrt werden.

Alpaka im Höhenpark Killesberg sieht aus wie ein Bär
Ein Bär? Nein, es ist eines der Alpakas im Tiergehege des Höhenparks
Alpaka mit hellem Fell im Höhenpark Killesberg
Dunkle Knopfaugen und coole Frisur
Alpaka mit weißer Locke im Höhenpark Killesberg
Der Blick sagt mehr als tausend Worte ...
Kanadagänse im Höhenpark Killesberg
Kanadagänse am Flamingo-See
Flamingos am See
Flamingos vor malerischer Kulisse

Sehr viele Menschen in der Region Stuttgart verbinden schöne Kindheitserinnerungen mit dem Höhenpark Killesberg: Die Fahrten mit dem „Bähnle“, die Sonntagsausflüge mit den Eltern, der Besuch des Jahrmarkts oder ganz einfach der unvergleichliche Duft von frisch gebackenen Waffeln und Zuckerwatte. Eine Ur-Stuttgarterin erzählte mir beim Flanieren durch den Park, sie wisse noch ganz genau, durch welchen Eingang sie gingen und welche Wege sie schon vor Jahrzehnten gelaufen seien. Der Park ist ein Stück ganz persönliche Stadtgeschichte.

Killesbergbahn im Höhenpark Killesberg
Die Killesbergbahn dreht ihre Runden von April bis Oktober durch den Höhenpark

Wissenswertes in aller Kürze über den Stuttgarter Höhenpark

  • Öffnungszeiten: Der Höhenpark ist ganzjährig und durchgängig geöffnet
  • Kostenloser Eintritt
  • 50 Hektar groß
  • Bestandteil des „Grünen U“ von Stuttgart
  • Die Anlage geht auf die Maßnahmen zur Reichsgartenschau 1939 zurück
  • Ursprünglich als Steinbruch genutzt
  • Nach Plänen des Landschaftsarchitekten Hermann Mattern zum Park und Ausstellungsgelände umgestaltet
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es im Höhenpark weitere Gartenbauausstellungen
  • Gastronomie: Höhencafé, Milchbar, Schwäbische Weinstube, Oh Julia, Theos Eisdiele, Ins Blaue
  • „Theater in der Badewanne“ mit Vorführungen für Kinder

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.