Backhäuser liegen wieder im Trend

Backhäuser liegen wieder im Trend

Jahrhundertealte Tradition: Backhäuser

“No net hudla” beim Brotbacken

Ein Brot zu backen, dauert seine Zeit. „No net hudla“, zu Deutsch „immer mit der Ruhe“ – oder wie die Jugend sagen würde „chill mal“ – ist eine wichtige Grundregel. Die schwäbische Phrase hat ihren Ursprung in den Backhäusern: Früher wischten Bäckersleute die heiße Asche mit einem nassen „Huddl“ aus dem Ofen, bevor sie das Brot einschossen.

In Mettingen ist diese Praxis damals wie heute aktuell, erklärt Doris Eisenmann, die Vorsitzende des „Fördervereins für die Erhaltung des Mettinger Backhauses und bäuerlichen Brauchtums“. Der „Huddl“ ist eine lange Holzstange mit einem nassen Rupfensack. Aber gemächlich geht es beim Auswischen ganz und gar nicht zu, da sonst der „Huddl“ verkohlen würde. Brotbacken ist eine Wissenschaft für sich und aufwendig dazu. Lohn der Arbeit ist der Genuss. Der Duft eines frisch gebackenen Brotes ist so verführerisch, dass vielen schon beim bloßen Gedanken daran das Wasser im Mund zusammenläuft.

Konrad Ruthradt heizt im Backhaus Mettingen ordentlich ein

Backhäuser auf königliche Anordnung

Im Landkreis Esslingen sind zahlreiche historische Backhäuser erhalten, die nicht nur Zeugnisse regionaler Backtradition sind, sondern heute vielfach von Vereinen und privaten Gruppen genutzt werden. Bürgerinitiativen und Kommunen engagieren sich in verschiedenen Städten und Gemeinden, um historische Backhäuser zu restaurieren und zu pflegen.

Die Tradition der Backhäuser reicht bis ins Mittelalter zurück, ihre flächendeckende Verbreitung wurde im 17. Jahrhundert durch hoheitliche Einschränkungen privater Hausbacköfen vorangetrieben, in Württemberg noch verstärkt durch die Feuerlöschordnung von 1808. Backhäuser fördern den Austausch in den Dorf- oder Stadteilgemeinschaften und die Wertschätzung echten Handwerks.

Nicht zuletzt tragen Backhäuser zur nachhaltigen Ressourcennutzung bei, indem unter anderem dünnes Reisig, das beim Obstbaumschnitt anfällt, gebündelt zu Reisigbüscheln (im Schwäbischen als „Krähle“ bezeichnet), zum Anfeuern verwendet wird. Nicht alle Backhäusle haben einen historischen Ursprung. Es entstehen auch neue Gemeinschaftsbackhäuser wie das in der Alten Seegrasspinnerei in Nürtingen, die den Trend zum gemeinschaftlichen Backen aufgreifen und Raum für interkulturellen Austausch bieten.

Von außen unscheinbar: Backhaus Esslingen-Mettingen
Rund oder eckig – Hauptsache die Kruste stimmt

Duftende Tradition im Backhaus Esslingen-Mettingen

Chefin Doris Eismann im Backhaus Mettingen
Manchmal bräuchte man auch hinten eine Schürze 🙂

Den Weg zum Backhaus würde man mit verbundenen Augen finden. Nur dem Duft entlang. Brote, Ciabatta und herzhaft belegte Dinnete ziehen die Passanten wie magisch an. Es ist Backtag in Mettingen und die Mitglieder des Backhausvereins wirbeln in dem kleinen Backhaus aus Sandstein umher. Teig vorbereiten, portionieren, Brote formen und Feuer machen stehen auf dem Tagesprogramm.

Auch Hörnchen funktionieren im riesigen Backofen prima

Konrad Ruthradt füllt Äste und Reisig in den Brenn- und Backraum, zündet alles an und sorgt für die perfekte Temperatur von 300 bis 400 Grad im Ofen. Ist sie erreicht, räumt er den Ofen aus, indem Asche und Glut entfernt werden. Dann kommt der Huddl zum Einsatz. Alles geht rasend schnell. Das eingespielte Team um Doris Eisenmann und Petra Haber arbeitet Hand in Hand. Mit einem Schieber schießen sie die Teiglinge in den Backraum ein. Was in der Bäckersprache martialisch klingt, bedeutet einfach nur hineinsetzen. Bis zu 42 Brote haben Platz. 40 entspannte Minuten später erblicken die Laibe wieder das Tageslicht – doch nur kurz, die Brote werden für eine gleichmäßige Bräune umgesetzt. Nach weiteren 30 bis 40 Minuten sind sie fertig.

„Wenn man auf den Laib von unten klopft, muss es hohl klingen, dann ist es fertig“
Doris Eisenmann. 

Kleinod stand kurz vor dem Abriss

Das Backhaus in Mettingen entstand als Folge der Vorschriften König Wilhelms I. von Württemberg, der freistehende Gemeindebackhäuser aus Brandschutzgründen anordnete. Die Weilergenossenschaft errichtete 1865 in Mettingen gegenüber der Liebfrauenkirche ein gemeinschaftliches Backhaus. Das Gebäude, das heute unter Denkmalschutz steht, vereinte ursprünglich eine Schnapsbrennerei und einen Backraum. Während die Brennerei bis 1970 betrieben wurde, verlor das Backhaus danach an Bedeutung und stand zeitweise vor dem Abriss.

Erst die Gründung des Backhausvereins im Jahr 1978 verhinderte den Verlust und führte zur Erhaltung und Wiederbelebung des Bauwerks. Der Verein hat heute etwa 15 Mitglieder zwischen 25 und 70 Jahren. An den Backtagen kannst du das frisch gebackene Brot direkt im Backhaus kaufen. Auch leckere Probiererle machen Lust auf mehr (gegen Spende). Übrigens: Am liebsten würdest du gleich selbst backen? Das ist möglich, es gibt noch Platz für neue Mitglieder.

www.backhaus-mettingen.de

Wo gibt es noch Backhäuser?

Wie viele Backhäuser derzeit im Kreis Esslingen noch betrieben werden, ist nicht bekannt. Wir haben uns in ein paar Städten und Dörfern auf die Suche gemacht und noch einige von den kleinen Häuschen mit den Riesenkaminen entdeckt. Manche davon stehen allen Interessenten offen, andere wiederum den eigenen Bürgern der Gemeinde, wieder andere sind nur bei Events geöffnet. Es lohnt sich also, mal einen Blick auf die Webseiten zu werfen.

Zwei auf einen Streich: Backhäuser in Wendlingen

Wendlingen erfreut sich zweier öffentlicher Backhäuser. Eines ist Teil des Stadtmuseums Unterboihingen, das 2005 vom Museumsverein Wendlingen-Unterboihingen in Betrieb genommen wurde. Im Museum können neben der Dauerausstellung im barocken Pfarrhaus unter anderem auch das Back- und Waschhaus besichtigt werden. Wer es selbst testen möchte, kann dort auch backen.

Das andere Backhaus steht im Weiler Bodelshofen. Es wurde 1990 auf Initiative des Bürgervereins Wendlingen e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Wendlingen wiedererrichtet. „Es qualmt saumäßig“, sagt Sabine Köster, die Ansprechpartnerin des Backhauses. Deshalb sind die Öffnungszeiten zum Schutz der Anwohner eingeschränkt: freitags ab 12 Uhr und samstags ab etwa 8 Uhr

Kontakt und weitere Infos: Interessierte wenden sich für das Backhaus Bodelshofen an Claudia Geiger, Telefon 07024/809210 oder Sabine Köster, Telefon 07024/2774. Die Nutzungsgebühr beträgt 10 Euro, das benötigte, trockene und abgelagerte Reisig ist selbst mitzubringen. Ansprechpartner für das Backhaus Unterboihingen ist Peter Hoefer, Telefon 07024/501055. Die Backhäuser stehen allen Einwohnern Wendlingens offen; auch externe Besucher können nach Absprache zugelassen werden

Das hübsche Backhäuschen in Wendlingen-Bodelshofen
Brot essen ist keine Kunst, Brot backen dagegen schon

Die Tradition lebt! Sechs Backhäuser in Lenningen

In sechs von sieben Ortsteilen stehen in Lenningen den Einwohnern noch öffentliche Backhäuser zur Verfügung: Unterlenningen, Oberlenningen, Brucken, Schlattstall, Gutenberg und Schopfloch pflegen die alte Tradition bis heute. Jeder bringt sein eigenes Brennmaterial (meist Reisig) und Brotteig mit. Die Backhäuser sind mit bis zu vier Holzöfen ausgestattet. Pro Nutzung fällt eine Gebühr von vier Euro an.

https://www.lenningen.de/leben-wohnen/oeffentliche-einrichtungen/backhaeuser

Backhaus Oberlenningen idyllisch an der Lauter
Mit der Feuerwehr vereint: das Backhaus in Brucken
Von der Straße aus gesehen: Backhaus Oberlenningen
Hat schon bessere Zeiten gesehen: das Backhaus in Unterlenningen

Brauchtum wird in Aichwald großgeschrieben

Die Gemeinde Aichwald besitzt insgesamt fünf Backhäuser, die sich auf die Ortsteile Aichelberg, Aichschieß, Krummhardt und Schanbach verteilen. In Aichschieß gibt es sogar zwei Backhäuser, eines in der Alten Dorfstraße und eines im Grünen Weg. Backtage und Veranstaltungen in den historischen Kleinoden sorgen dafür, dass das Brauchtum auch in der heutigen Zeit weiterlebt. Rund um das Krummhardter Backhäusle zum Bespiel fand erst im August ein Dorffest mit Schaubacken statt.

https://www.aichwald.de/start/freizeit+_+kultur/backhaeuser.html

Backhaus Aichschieß in der Alten Dorfstraße
Backhaus Aichschieß im Grünen Weg

Das vermutlich jüngste Backhaus steht in Nürtingen

Auf dem Hof der denkmalgeschützten Industriebauten der Alten Seegrasspinnerei aus den 1870er Jahren steht seit 2016 ein vergleichsweise junges Backhaus. Es wurde von der Jugendwerkstatt des Trägervereins Freies Kinderhaus aus altem Bauholz und mit selbst hergestellten Lehmziegeln erbaut. Jeden ersten Mittwoch ab im Monat von April bis Oktober ist Backhaustag. Ab 18 Uhr geht es los, dann kann alles von Brot über Pizza bis Kuchen in den Ofen. Der Teig für die Backwerke muss mitgebracht werden. Geeignet ist das Backhaus für unterschiedliche Veranstaltungen wie Vereinstreffen, Geburtstags- oder Betriebsfeiern.

www.seegrasspinnerei.de/projekte/backhaus

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Text: Evelyn Scheer
Fotos: Ralph Scheer

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Baumwipfelpfad Bad Wildbad

Baumwipfelpfad Bad Wildbad

Spaß für die ganze Familie: Baumwipfelpfad in Bad Wildbad

Wasserfall - Drei Schluchten

Aussichtsturm mit einer Höhe von 40 Metern

Hoch hinaus auf dem Sommerberg

In Bad Wildbad geht es hoch hinaus an einen Ort, wo sich sonst nur Vögel und Eichhörnchen tummeln. Auf dem Baumwipfelpfad wandern kleine und große Himmelsstürmer auf den 40 Meter hohen Aussichtsturm, bis sie über das grüne Blätter- und Nadeldach weit in den Schwarzwald blicken. 

Wasserfall - Drei Schluchten

Nichts für Kids mit Höhenangst: Durch den Wackelbalken sieht man die Tiefe 

Ausflugsziel für die ganze Familie

Schon der Weg hinauf ist ein Abenteuer, denn bis man oben ist, gilt es einige Hindernisse zu überwinden: Wer traut sich, über den Wackelbalken in schwindelnder Höhe mit Blick in die Tiefe zu balancieren?

Alle ab sechs Jahren können den Weg hinunter in einem rasanten Tempo in der langen Tunnelrutsche zurücklegen. Was von oben wie ein bunter Ameisenhaufen wirkt, kann man nun selbst erleben: Der Spielplatz Abenteuerwald mit Riesentrampolin, die Picknickplätze, der Märchenweg und die Hängebrücke sind zum Greifen nah.

40 Meter hoch und 1,2 km lang ist der Baumwipfelpfad

Der Spielplatz nebenan ist kostenlos

Was für ein Spaß: die 55 Meter lange Tunnelrutsche 

Tipps 

Kinderwagen: Der Baumwipfelpfad ist auch mit dem Kinderwagen gut zu bewältigen. Die Steigung ist moderat. 

Anreise mit dem Pkw: Die Anreise ist mit dem Auto oder dem Wohnmobil möglich. In der Nähe des Eingangs auf dem Sommerberg gibt es einige kostenpflichtige Parkplätze. Kostenlos parken kannst du in etwa 20 Minuten Fußentfernung auf dem Parkplatz an den Bad Wildbader Sportanlagen (Ortsausgang in Richtung Enzklösterle).

Anreise mit den Öffis: Mit der Bahn bis Pforzheim und anschließend mit der Stadtbahn S6 bis Bad Wildbad.

Hinweise:
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Wasserfall - Drei Schluchten

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Blütenrausch auf der Schwäbischen Alb

Wenn im Frühling Tausende von Märzenbechern fast gleichzeitig ihre Knospen öffnen, ist eine Wanderung durch das Wolfstal bei Lauterach auf der Schwäbischen Alb ein top Tipp für Naturliebhaber. Sobald die ersten wärmenden Sonnenstrahlen den Boden kitzeln, erwachen die weißen Schönheiten aus ihrem Winterschlaf. Meist ist das Anfang März der Fall. Ein weißes Blütenmeer, soweit das Auge reicht!

Wasserfall - Drei Schluchten

Dreamteam im Wolftstal

Faszinierend: Zinnoberroter Kelchbecherling

Neben den Märzenbechern gibt es im Wolfstal noch ein weiteres Naturschauspiel: Der Zinnoberrote Kelchbecherling sprießt. Der leuchtend rote Schlauchpilz zieht alle Blicke auf sich. Wie ein heißes Ohr setzt der Pilz auffällige Akzente zwischen den weißen Blüten.

Tipp: Vor allem an den Wochenenden lohnt es sich, früh aufzubrechen, denn das Wolfstal ist sehr beliebt und dementsprechend gut besucht. Sogar mit Reisebussen werden die Naturfans ins Wolfstal gebracht.

Wasserfall - Drei Schluchten
Wasserfall - Drei Schluchten

Wanderung mit vielen Highlights

Die Tour habe ich auf komoot geplant. Startpunkt ist der Parkplatz in der Nähe der Großen Lauter. Von dort tauchst du direkt in das idyllische Tal ein. Auch wenn die Märzenbecher nicht mehr blühen, lohnt sich die Tour. Am Wegesrand türmen sich graugrüne Felsen empor, meist üppig verziert mit Moos und Farnen. Schau dir die Felsen einmal genauer an. Erkennst du die Gesichter?

Pack dir ein Picknick in den Rucksack und genieße die Idylle. Mehrere Tische und Bänke laden zu einer ausgiebigen Rast ein. Du wanderst bis zum Rast- und Parkplatz Tiefental, wo du umkehrst. Auf dem Rückweg lohnt sich ein kleiner Abstecher zur Bärenhöhle, in die du etwa zehn Meter weit hineingehen kannst. Eine Taschenlampe hilft dir, die Höhle zu erkunden.

Der Weg vom Parkplatz führt ein Stück über einen bequemen Waldweg, der auch für Kinderwagen und sogar Rollatoren gut geeignet ist.

Weilheim Peterskirche

Wer erkennt die Felsengesichter?

Weilheim Peterskirche

Tuffsteinsäge am Parkplatz

Die Tour zum Nachwandern

Ich habe die Wanderung für dich auf komoot aufgezeichnet und geplant. 

Hinweise:
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3-Schluchten-Tour Wutach

3-Schluchten-Tour Wutach

3-Schluchten-Tour: Wutachschlucht, Gauchachschlucht und Engeschlucht

Wutachschlucht

Die Wutachschlucht ist der größte Canyon Deutschlands

Drei Schluchten in einer Tour

 

Warum nur eine Schlucht, wenn man auch gleich drei haben kann? Und dazu noch drei völlig unterschiedliche. Der Kontrast ist die besondere Würze der Tour. Bei dieser spannenden Wanderung eroberst du die Wutachschlucht und zwei ihrer Seitenschluchten, die Gauchachschlucht und die Engeschlucht.

Wutachschlucht: Der größte Canyon Deutschlands

Die Wutachschlucht ist wohl die spektakulärste. Kein Wunder, dass sie gerne als „Grand Canyon des Schwarzwalds“ betitelt wird. Wobei ich keine Ähnlichkeit mit dem Grand Canyon in Arizona erkenne. Richtig ist aber, dass die Wutachschlucht der größte Canyon Deutschlands ist und sich bis zu 170 Meter tief in die Landschaft hineingegraben hat. Und die Schlucht ist gesegnet mit einem überwältigenden Grün in allen Schattierungen, während im großen amerikanischen Bruder eher Trockenheit herrscht.

Etwa 1.200 Pflanzenarten gedeihen hier, darunter auch seltenere wie Hirschzungen, Türkenbundlilien und Silberblatt. Das wiederum lieben Schmetterlinge, von denen sagenhafte 500 Arten umherflattern sollen, und Vögel, die mit 100 Arten präsent sind. Gefiederte Bewohner sind etwa Eisvögel, Wasseramseln und Gebirgsstelzen.

Umrahmt ist die Schlucht von spektakulären Felswänden, durch die ein mal munter plätschernder, mal wütend fauchender Fluss mäandert. Von letzterem stammt wohl auch der Name: der reißende Fluss „Wutach“ für die „wütende Ach“.

Grandios ist sie und von einer eigenen, unverwechselbaren Schönheit. Die Wutachschlucht hat fünf Nebenschluchten; zwei davon lernst du bei dieser Tour kennen. Eine weitere ist die Rötenbachschlucht, über die du hier mehr entdecken kannst.

Wutach

Wutachschlucht: Wenn man hier am Ufer sitzt, ist der Alltag fern und alle Sorgen schwimmen davon

Gauchachschlucht: Die Wildromantische

 

Was für ein Glück, dass dank der steilen Hänge und des herausfordernden Einstiegs die Gauchach auch heute noch ein Stück unverfälschter Natur ist. Tief hat sich die Gauchach in das Muschelkalkgestein hineingefräst.

Der spannende Weg durch die Schlucht schmiegt sich eng an den Bach. Sprudelnde kleine Wasserfälle stürzen sich über die Felsen. Immer wieder führen Holzbrücken und schmale Stege über das kristallklare Gewässer.  Hinter jeder Kurve erwartet dich eine Überraschung. Die Natur ist und bleibt einfach die beste Künstlerin. Oberhalb der Wutachmühle beim Kanadiersteg mündet die Gauchach schließlich in die Wutach, wo ein neues Abenteuer beginnt.

Es lohnt sich, immer mal wieder innezuhalten und das postkartenreife Naturschauspiel in aller Ruhe auf dich wirken zu lassen. Packe ein Picknick in deinen Rucksack und gönne dir eine Pause auf einem der zahlreichen Felsen oder Baumstämmen, zu denen du Zugang hast. Da es meistens feucht ist, ist es angenehm, ein beschichtetes Sitzpolster dabeizuhaben. Wenn du dich verwöhnen lassen willst, ist das Wanderheim Burgmühle an der Gauchach empfehlenswert. An der Burgmühle mündet auch der aus der Engeschlucht kommende Tränkebach.

Gauchachschlucht

Ein kleiner Wasserfall stürzt sich in der Gauchachschlucht über den Felsen

Gauchachschlucht Brücke

Wildromantische Brücken in der Gauchachschlucht

 

Burgmühle

Immer gut für eine Einkehr: Wanderheim Burgmühle

Engeschlucht: Die Anspruchsvolle

 

Die zwei Kilometer lange, recht gerade verlaufende Engeschlucht macht ihrem Namen alle Ehre: Sie ist wirklich eng. Auch sie ist eine spannende Nebenschlucht der Wutachschlucht. Felswände ragen empor, und die fast dschungelartige Flora rundet das wilde, undurchdringliche Ambiente ab.

Doch es ist auch rutschig und schlammig. Nicht nur nach Regenfällen, denn die Sonnenstrahlen haben es schwer, sich bis nach unten hindurchzukämpfen. Schuhe mit griffiger Sohle sind deshalb unbedingt zu empfehlen. Meist ist das Bachbett ohne Wasser, der Abfluss verläuft unterirdisch. So lustig es klingt, so beschwerlich ist die Tatsache, dass der Wanderweg meist feuchter ist als das Bachbett. Äste und ganze Baumstämme liegen wie in einem Mikadospiel kreuz und quer in der schmalen Schlucht. Glücklicherweise musst du zumindest über diese nicht kraxeln. Jedoch sind viele steile Treppen zu bewältigen.

Da es die Engeschlucht in sich hat, sind immer wieder Sperrungen nötig – gerade in den Wintermonaten. Das bedeutet zum Glück nicht das Ende deiner Wanderung: Die 3-Schluchten-Tour ist über die ausgewiesene Umleitung bei der Burgmühle trotzdem begehbar.

Engeschlucht

Wie ein Mikadospiel für Riesen: die Engeschlucht

Wanderabenteuer 3-Schluchten-Tour

 

Die zehn Kilometer lange 3-Schluchten-Tour ist einer der Schwarzwälder Genießerpfade. Gleich drei Schluchten lernst du bei dieser Rundwanderung kennen:  Wutach-, Gauchach- und Engeschlucht.

Du startest bei der Drei-Schluchtenhalle in Bachheim, wo du dein Auto auf dem großen Parkplatz kostenlos abstellen kannst. Zunächst wanderst du steil hinab in die etwas breitere Schlucht der Wutach. Spektakulär und einfach wunderschön sind die Abschnitte, auf denen du auf einem schmalen Sims zwischen der Felswand und dem Fluss läufst. Doch keine Angst, die schwierigeren Passagen sind mit einem Seil gesichert, an dem du dich entlanghangeln kannst.

Kanadiersteg Wutach

Der Kanadiersteg führt über die Wutach in die Gauchachschlucht

Auf dem überdachten Kanadiersteg überquerst du die Wutach und kommst nun in die idyllische Gauachschlucht. Bald folgen die teilweise mit Moos überwucherten aber gut sichtbaren Kalksintertreppen. Meist schmiegt sich der Pfad eng an die Gauchach, immer wieder überquerst du den Bach auf malerischen Brücken.

In der Mitte der Gauchachschlucht liegt die Burgmühle, die mit einem Biergarten zu einer kleinen Verwöhnpause verführt. Gestärkt geht es weiter. Du hörst schon von Weitem, was dich als nächstes erwartet: ein Wasserfall stürzt sich über eine Steinstufe. Überraschend ist hingegen ein „Lost Place“ zwischen den Bäumen, der am Wegesrand um deine Aufmerksamkeit buhlt. Das wie ein verwunschenes Hexenhaus wirkende Gebäude ist ein altes Pumpenhaus.  

Altes Pumpenhaus

Mitten im Wald kommst du an einem „Lost Place“ vorbei: das alte Pumpenhaus

Weiter folgst du dem Weg in nördlicher Richtung bis zur Abzweigung Tränkebachmündung. Dieser Bach formte die Engeschlucht. Durch das Kerbtal der Enge führt der Weg nun wieder steil nach oben.

Das Ende der Schlucht ist mit einem unübersehbaren historischen Mühlenstein markiert. Ein Schild am Mühlstein erinnert an die Narrenzunft Bachheim, die für den Ausbau und die Sicherung des matschigen Weges zuständig ist. Nun befindest du dich schon auf der Zielgeraden zurück zu deinem Ausgangspunkt.

Siehe unten: Tour 1

Altes Pumpenhaus

Ein historischer Mühlstein markiert das Ende der Engeschlucht

Weitere Tipps für Wandersleute

Verlängerungsmöglichkeit für alle, die von der Gegend nicht genug bekommen können oder sich sportlich noch etwas verausgaben möchten: Du kannst die Tour verlängern, indem du nicht über den überdachten Kanadiersteg direkt in die Gauchachschlucht wanderst, sondern nach rechts in Richtung Ewattingen abbiegst. Hier erwarten dich zwei weitere Mühlen: die Wutachmühle und die Bachtalmühle. Ich empfehle diese zweite Schleife eher ausgesprochenen Mühlenfans, da sie ansonsten etwas reizarm meist auf asphaltierten Wegen verläuft. Die gesamte über 18 Kilometer lange Tour 2 findest du bei mir auf komoot (siehe unten).

Einkehr: Die Burgmühle inmitten der wildromantischen Gauchachschlucht ist sowohl eine historische Stätte als auch ein beliebter Rastplatz entlang der Route. Hier kannst du dich mit regionalen, fair gehandelten und teilweise biologischen Speisen verwöhnen lassen. Auch der hausgemachte Kuchen ist eine kleine Sünde wert.

Tour 1 zum Nachwandern

  • Länge: 10,1 km
  • Höhenmeter: 180 Meter (jeweils im An- und Abstieg)
  • Ich habe die Wanderung für dich auf komoot geplant. Die Tour findest du hier.

Tour 2 zum Nachwandern

  • Länge: 18,4 km
  • Höhenmeter: 450 Meter (jeweils im An- und Abstieg)
  • Ich habe die Wanderung für dich auf komoot aufgezeichnet und geplant. Die Tour findest du hier.

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Was braucht dein Wanderherz zum Glücklichsein? Wenn es ein Meer aus Kirschblüten, eine der schönsten Burgruinen der Schwäbischen Alb und ein Wasserfall sind, bist du bei dieser Rundwanderung in und um Neidlingen herum genau richtig. Neidlingen im Landkreis Esslingen ist nämlich eine der größten Kirschenanbaugemeinden im Land. Über 20.000 Kirschbäume verhelfen dem Ort zu diesem Ruhm. Dass die Gemeinde dann auch noch die Mittelalterschönheit Burg Reußenstein und das Naturdenkmal Neidlinger Wasserfall beheimatet, ist für dich als Wanderfan ein Traum.

So viele Highlights auf kleinem Raum gibt es selten. Du kannst dich also auf eine romantische und zugleich spannende, kürzere Tour von rund neun Kilometern freuen. Mit dem knackigen Anstieg von insgesamt 360 Höhenmetern erwartet dich zudem eine sportliche Herausforderung. Dank der zahlreichen Abwechslungen kommt auch bei Kindern keine Langeweile auf

Wasserfall - Drei Schluchten

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Über das Bahnhöfle mit toller Grill- und Picknickmöglichkeit steuerst du die Burgruine Reußenstein an. Der Pfad verläuft spektakulär an der Kante des Albtraufs. Immer wieder hast du eine fantastische Sicht auf die Burg, die stolz auf einem Felsen thront. Von der Burgruine wiederum hast du eine wunderschöne Aussicht ins Blütenparadies, das sich dir zu Füßen wie ein weiß-grüner Teppich ausbreitet. Nun geht es auf beschriebenem Weg zurück ins Tal.

Weilheim Peterskirche

Postkartenreife Idylle 

Weitere Tipps für Wandersleute

Tipp 1: Wenn du mit dem ÖPNV anreist, kannst du mit dem Bus bis zur Haltestelle Schlossgärten fahren und von dort aus deine Wanderung starten.

Tipp 2: In Neidlingen lohnt sich ein Abstecher zur berühmten Kugelmühle mit Museum am Seebach – eine der letzten Deutschlands, in der noch Kugeln produziert werden.

Die Tour zum Nachwandern

  • Länge: 9 km
  • Höhenmeter: 360 Meter (jeweils im An- und Abstieg)
  • Ich habe die Wanderung für dich auf komoot aufgezeichnet und geplant. Die Tour findest du hier.

Hinweise:
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