Belchensteig

Belchensteig

Genießerpfad Belchensteig

Weilheim an der Teck Bertoldsplatz und Peterskirche

Aussicht vom Belchen

Weilheim Rathaus

Wiedener Eck Tor am Westweg

Deutschlands schönster Wanderweg

 

Der Genießerpfad Belchensteig im Schwarzwald ist Deutschlands schönster Wanderweg 2020. Mit einem traumhaften Panoramablick von den Schweizer Alpen über die Rheinebene hinweg bis zu den Vogesen gilt der Belchen zurecht als der schönste Berg des Schwarzwalds. Zwar ist er wohl der schönste, nicht aber der höchste Berg im Schwarzwald. Mit seinen 1.414 Metern Höhe ist er nach Feldberg und Herzogenhorn der dritthöchste Berg im Schwarzwald.

Auf dem Weg zum Belchengipfel

Start der traumhaften Halbtagestour ist das Berghotel Wiedener Eck. Kurz darauf passieren wir das Westwegtor Wiedener Eck. Idyllisch, aber unspektakulär geht es langsam aber stetig bergauf auf einem Schotterweg, der in einen breiten Wiesenpfad übergeht. Schon jetzt eröffnet sich ein herrlicher Blick über das Wiedener Tal. Die taufeuchten Wiesen funkeln im morgendlichen Sonnenlicht. Purpurblütige Eriken säumen den Weg, ein paar Pferde auf einer Weide begutachten kauend die frühen Wandersleute. Wir tauchen in einen lichten Bergwald ein, Farne und Heidelbeeren zeigen sich am Wegesrand. In der Ferne plätschert leise das Wasser, woher es kommt, ist kaum zu orten.

Es locken immer wieder aussichtsreiche Rastplätze

Regenwurmgarten

Weilheim Peterskirche

Blick zum Hotel Belchen-Multen 

Schwarzwaldparadies

 

Immer wieder eröffnen sich entlang des Belchensteigs einzigartige Ausblicke und unglaubliche Fernsichten. Um diese noch intensiver genießen zu können, gibt es unzählige Sitz- und Rastgelegenheiten. Selten haben wir solch fantasievolle Bänke gesehen, die überall entlang des Weges zum Verweilen einladen. Mal flankieren geschnitzte Wanderstiefel die Sitzfläche, mal ein hölzerner Igel oder Rucksack. Wir sind noch nicht bereit für eine Rast und streben unverzagt dem Gipfel entgegen. Vorbei an einem Regenwurmgarten, einer toll gemachten Infostation für Kinder, zieht es uns immer weiter in Richtung der Talstation der Belchen Seilbahn. Wer nun schon ein wenig müde ist oder den Gipfel noch früher stürmen möchte, kann sich rund 300 Höhenmeter ersparen und die Belchen-Seilbahn nehmen. Wir lassen die knallgelben Kübele-Gondeln und das Belchenhotel Jägerstüble links liegen. Einmal tief durchatmen, es gilt, die nächsten Höhenmeter des Premiumwanderwegs zu bezwingen. Letzte Margeriten und Glockenblumen setzen hübsche Farbtupfer auf den Wiesen, Schmetterlinge nehmen ein Sonnenbad auf der warmen Erde des Pfades. Während wir noch den vorbeifliegenden Samenschirmchen hinterherblicken, hören wir in der Ferne schon das Geläut der Kuhglocken. Der Gasthof Belchen ist zum Greifen nah.

Belchen-Seilbahn

Nanu?

Immer dem Bollenhut folgen

Schwarzwaldkühe und Hotelromantik: Im Hintergrund das Belchenhaus

Belchenhaus und Belchengipfel

 

Der Gasthof Belchen, auch Belchenhaus genannt, liegt direkt bei der Bergstation der Belchenbahn. Er ist Baden-Württembergs höchstgelegener Gasthof. Bereits 1867 wurde er eröffnet. Eine willkommene Gelegenheit für eine kleine Stärkung. Die Aussicht ist der Wahnsinn und reicht bis ins Schweizer Jura. Wir sind auf der „Zielgeraden“, nur noch wenige Meter trennen uns vom Gipfel.  Geschafft! Wir sind oben auf der Granitkuppe angekommen. Umringt von einigen echten und ein paar „Schläpplewanderern“ steht, ein wenig unscheinbar, das Gipfelkreuz auf 1.414 Metern Höhe.

Neben dem Gipfelkreuz klärt das „Belchenvisier“ auf, was wir rundherum alles bewundern dürfen. Es hilft sehr, die umliegenden Berge und Orte exakt zu bestimmen. Von Münstertal und Staufen über die Oberrheinebene hinweg bis zu den Vogesen, zur Zugspitze und zum Mont Blanc, wenn einem das Wetter hold ist. Schon der Blick auf die umliegenden Schwarzwaldberge ist beeindruckend. Gut zu erkennen ist der höchste Berg des Schwarzwalds, der 1.493 Meter hohe Feldberg.

Für den deutschen Schriftsteller und Pionier der alemannischen Mundartliteratur, Johann Peter Hebel, war der schönste Schwarzwaldberg gar „die erste Station von der Erde zum Himmel“.

Weilheim Peterskirche

Geschafft! Der Gipfel ist erreicht

Bermudadreieck der Berge

Wir schlendern ein wenig auf der markanten, baumfreien Bergkuppe umher. Übrigens: Dies ist nicht der einzige Belchen in der Gegend. Weitere Belchen sind in Sichtweite. Gemeinsam mit dem Elsässer Belchen oder Ballon d’Alsace und dem Schweizer Belchen bildet der Schwarzwälder Belchen das sogenannte Belchendreieck. Damit nicht genug. In den Vogesen, bei gutem Wetter ebenfalls zu sehen, liegen noch der Große und der Kleine Belchen, Grand bzw. Petit Ballon, die zusammen mit den drei erstgenannten Belchen zum sogenannten Belchen-System gehören. Wir könnten stundenlang weiter in die Nähe und in die Ferne schauen und das 360-Grad-Panorama einsaugen. Doch der Wind weht heftig und kalt, und wir müssen an den Abstieg denken.

Weilheim Peterskirche

Abgang in Richtung Krinne

Immer dem Bollenhut folgen

Schwarzwaldkühe und Hotelromantik: Im Hintergrund das Belchenhaus

Hinab auf alpinem Bergpfad

 

Kurz noch die fantastische Vegetation bewundern, dann geht es steil bergab auf einem alpinen Bergpfad, den Krinneabgang. Spätestens jetzt sind Trittsicherheit und geeignetes Schuhwerk wichtig. In schmalen Serpentinen schlängelt sich der Weg hinunter zur Krinne. Mein Handy ist verwirrt und heißt mich in Frankreich willkommen. Erneut geht es etwas bergauf. Geröll knirscht unter unseren Wanderstiefeln. Der Wind frischt auf und lässt die Zweige der Bäume zischend auf und ab tanzen. Unser Blick fällt zurück zum Belchen, der nackte, baumlose Gipfel ist gesäumt von einigen Fichten, die aus der Ferne wie ein kleiner Pelz wirken.

Fast abrupt endet der Wald, der Blick schweift weit ins Tal. Kugelige Laubbäume und kegelförmige Nadelbäume prägen das Bild der Märklin Mini-Landschaft. Um das Schwarzwaldklischee zu perfektionieren, kringelt ein Milchlaster die kurvigen Bergstraßen hinunter. Garantiert gefüllt mit Milch von glücklichen Kühen. Und wir freuen uns schon auf ein großes Stück Schwarzwälder Kirschtorte!

Der Tour in Zahlen

  • Länge 15 km
  • 675 Höhenmeter
  • Dauer: etwa 5 Stunden plus Zeit zum Genießen und Staunen 😊
  • Die Tour und die GPS-Datei zum Herunterladen findest du hier.
Limburg Weilheim Teck Baden Württemberg Schwäbische Alb

Berghotel Wiedener Eck

Hotel-Tipp

Berghotel Wiedener Eck

 

Wir waren im Berghotel Wiedener Eck, das wir aus voller Überzeugung empfehlen können. Schöne Zimmer, freundlicher Service, hervorragendes Essen, gute Weine und faire Preise. Und dazu noch direkt am Ausgangspunkt unserer Wanderung. Ganz ehrlich, was will man mehr?

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Albtal-Abenteuer-Track

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Bad Herrenalb: Albtal-Abenteuer-Track Etappe 1

Der Weg ist das Ziel bei Deutschlands erster Crosswander-Tour

Was bedeutet Abenteuer für Dich?

Manche Menschen zieht es wie magisch an: das Abenteuer – es klingt herausfordernd, spannend, nach einem kleinen Kick. Ein Abenteuer ist etwas Unbekanntes, das man bestehen muss. Mit anderen Worten, raus aus dem Alltag, auf zu neuen Ufern. Oder in diesem Fall, rein in den Schwarzwald. Auf dem Albtal-Abenteuer-Track bei Bad Herrenalb im Nordschwarzwald kann man seine wilde, ursprüngliche Seite entdecken.

Schon bald lassen wir Bad Herrenalb hinter uns
... und es geht querfeldein durch den Wald

Abenteuer wilde Natur

Eintauchen in echte Natur, auch mal abseits der Wege unterwegs sein, alle Sinne einsetzen. Und ganz ehrlich, wer möchte sich denn nicht mal wie ein Pionier fühlen, der geheimnisvollen Zeichen folgt und neue Wege erkundet? Okay, natürlich entdecken wir auf dem Abenteuerweg nichts, wo nicht schon der ein oder andere vor uns war. Aber stellenweise haben wir genau dieses Gefühl. 

Deutschlands erste Crosswander-Tour ist definitiv ein Mikro-Abenteuer für alle, die mehr wollen als einfach „nur“ wandern. Wandern an sich ist ja schon großartig, aber der herausfordernde Charakter ist, wie wir hier sagen, das Tüpfele aufs i. 

Eine Challenge sind schon die „Gardemaße“ der Strecke: 25 Kilometer Länge, über 1.000 Höhenmeter, etwa acht Stunden reine Gehzeit. Ja, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Knackig aber machbar.

Über Stock, Steine und einen Bach: Geht es noch idyllischer?
Bachüberquerung - die Stiefel sind dicht
Wie Phönix aus der Asche

Das Abenteuer beginnt

… und dann ist da noch die Art der Wege. Bad Herrenalb ist für viele eher ein Synonym für gute, einfache Wege. Die lassen wir auf der Etappe 1 des Albtal-Abenteuer-Tracks eher links liegen. Am schönsten sind natürlich die Crosswegpassagen, die wir neben alten Forstschneisen und Holzrückerouten nutzen. Es sind auch ein paar gute Schotterwege dabei, die wir aber dankbar annehmen, um hin und wieder verschnaufen zu können.

Direkt in Bad Herrenalb startet das Abenteuer. Unseres beginnt auf dem Wanderparkplatz „Am Wurstberg 34“ neben dem Friedhof. Gespannt auf den vor uns liegenden Tag schnüren wir unsere Wanderstiefel (die übrigens dringend zu empfehlen sind) und schultern den Rucksack, der neben ausreichend Wasser leckeren Proviant und die Kameraausrüstung enthält. All das werden wir noch sehr zu schätzen wissen.

Besser als Geocaching: Wir haben eine Markierung entdeckt
Drei stilisierte Nadelbäume, der mittlere der Buchstabe A, weisen den Weg
Manchmal war die Wegmarkierung gut auf einem Schild zu sehen ...
... oder man brauchte fast schon Adleraugen, um die Baumgraffiti zu entdecken
Der Kreativität bei der Beschilderung sind keine Grenzen gesetzt

Baumgraffiti weisen den Weg – oder auch nicht

Vorfreude ist die schönste Freude, sagen wir uns, als wir am Waldrand ankommen und uns erst einmal eine geschotterte Forststraße emporkämpfen müssen. Knieschnapperweg ist der wenig ansprechende Name dieses Abschnitts. Ernsthaft? Jetzt schon? Nein, so anstrengend ist es wirklich noch nicht. Nun heißt es Augen offenhalten, um eines der Wegzeichen zu erspähen: Drei stilisierte Nadelbäume, also passend für den Schwarzwald, wovon der mittlere der Buchstabe A ist. Mal ist die Markierung nur schemenhaft zu erkennen, als blasses Baumgraffiti, mal als Aufkleber auf einem Schild. Aber nur selten auf den ersten Blick und gut sichtbar. Dazu noch sehr weit auseinander, das ist ja der Kick für den Entdecker.

Übrigens war dies auch ein Grund, Urlaub zu nehmen und die Tour auf einen Werktag zu legen. Der Gedanke, an einem Wochenende den anderen Lemmingen zu folgen und dadurch schon hunderte Meter im Voraus zu wissen, wo der Weg langgeht, schien uns wenig reizvoll. Schnell stellt sich heraus, dass dies die richtige Entscheidung war. Wir sind fast alleine, nur auf den gut ausgebauten Wegen treffen wir auf andere Wanderer.   

Über Stock und über Stein und auch mal durch den Matsch

Schon bald zweigt der Weg nach rechts ab. Drauf haben wir gewartet. Nun geht es steil bergauf und querfeldein. Über Baumstämme und Felsen schlagen wir uns durchs Unterholz. Vorbei an Fichten und Tannen, das ist Schwarzwald pur. Büsche versperren uns den Weg, wir biegen Zweige zur Seite, quetschen uns hindurch. Trittsicherheit ist nun wichtig, der weiche Waldboden ist nun voller abgebrochener Äste und Steine, die es zu überwinden gilt. 

Wo geht es nun lang? Keine Markierung in Sicht. Sieht man Spuren? Nein. Also entscheiden wir uns und laufen drauflos. Und freuen uns dann doch, als wir zur Bestätigung unserer Entscheidung nach einigen Metern wieder ein Baumgraffiti entdecken.

Einer der spannendsten Stellen des Tracks ist die Kletterpassage mit Spezialtau. Gesichert mit einem Seil, müssen hier dicke Buntsandsteinbrocken erklommen werden. Zwecks Abenteuerfaktor (und ein paar lustiger Fotos wegen) nutzen wir die dicken Taue. Mit etwas Wandererfahrung und Trittsicherheit genügt es aber auch, lediglich die Hände zur Hilfe zu nehmen. Aber spektakulär sieht es aus, das muss man den Machern lassen, und vielen ist es sicher eine Hilfe. 😉

Hummelglück
Über Buntsandsteinfelsen kraxeln
Wo geht es lang?
Kletterpassage mit Spezialtau

Mythos Westweg

Ein Stück weit folgen wir nun dem Klassiker der Fernwanderwege im Schwarzwald, dem Westweg. Er wurde schon 1900 vom Schwarzwaldverein angelegt und zählt zu den „Top Trails of Germany“. Er beginnt in Pforzheim und endet in Basel. Wir jedoch bleiben auf dem Albtal-Abenteuer-Track. An dieser Stelle geht es schnell voran, die Waden können sich wieder etwas entspannen. Schön wäre es jetzt, auf einer der komfortablen Aussichtsliegen am Hahnenfalzweg Platz zu nehmen und den beeindruckenden Ausblick zu genießen. Es soll nicht sein, alles ist belegt. 

Nach einer kurzen Beobachtung der dicken Hummeln und einiger Zitronenfalter, die sich an den Frühblühern laben, geht es zügig weiter zur Schweizerkopfhütte. Unfassbar schön ist die Aussicht über das Gaistal weit in die Rheinebene hinein. Mit ein klein wenig Stolz betrachten wir von hier oben auch unseren Startort Bad Herrenalb. Ein ganzes Stück ist schon geschafft. 

Blick von der Schweizerkopfhütte weit über die Rheinebene

Nun verspüren wir ein klein wenig Hunger. Einen hübschen Picknickplatz finden wir bei der Hahnenfalzhütte. Bei der traumhaften Aussicht schmeckt das Vesper doppelt so gut.
Wer nicht den kompletten Track bewältigen will, findet hier die Familien-Variante der Etappe 1: Gleich bei der Hahnenfalzhütte geht es direkt hinunter ins Gaistal und von dort aus mit dem Bus zurück nach Bad Herrenalb. 

Hahnenfalzhütte der Skizunft Bad Herrenberg
Pause mit Traumaussicht vor der Hütte

Sprudelnde Quelle und teuflische Mühle

Für uns geht es bergab zum Albursprung, der in etwa 760 Metern Höhe idyllisch umrahmt von üppigem Grün vor sich hin sprudelt. Von hier aus nimmt die Alb ihren 51 Kilometer langen Weg durch den Nordschwarzwald und die mittlere Oberrheinische Tiefebene bis sie in Karlsruhe in den Rhein mündet. Weiter geht es hinab durch ein süßes Wäldchen mit Zwergbirken bis unter 700 Meter, bevor der Aufstieg zum höchsten Punkt des Tracks führt, nämlich 913 Meter. Auch wenn sich hier erneut ein hübscher Ausblick bietet, zieht es uns doch gleich weiter zur Teufelsmühle. Der Weg ist noch weit. Nicht zu übersehen sind die Grenzsteine entlang des alten Grenzwegs zwischen dem Großherzogtum Baden und dem Königreich Württemberg.

Wir erreichen die Teufelsmühle in Loffenau. Wer hier nach einer Mühle sucht, wird sie nicht finden. Der Ort verdankt seinen Namen einer Sage, nach der die unterhalb des heutigen Baus wild verteilten Sandsteinblöcke die Reste einer vom Teufel errichteten Mühle sein sollen. Die Teufelsmühle und der massive Aussichtsturm sind ein beliebtes Ausflugsziel. Kein Wunder, reicht doch die Aussicht über das Murgtal und in die Rheinebene. Außerdem ist hier der Drachenfliegerstartplatz angesiedelt. Übrigens ist die Gegend rund um die Mühle auch ein idealer Ort zum Heidelbeerenpflücken oder Pilzesammeln.

Leise sprudelt der Albursprung
Teufelsmühle des Schwarzwaldvereins
Traumaussicht von der Teufelsmühle ...
... von der man kaum genug bekommen kann

Jetzt geht es fast nur noch abwärts – auf den Spuren des Teufels

Der Track hat viele Highlights, keine Frage. Das für uns spektakulärste ist die Waldschlucht „Großes Loch“ und die faszinierenden Sandsteinhöhlen, die sogenannten Teufelskammern. Wie um die Teufelsmühle ranken sich um die Teufelskammern spannende Sagen. Hier soll einst der Teufel persönlich gehaust haben, auch das Erdweiblein, das aus Stroh Gold zaubern konnte, wurde hier gesichtet. Ob man den Geschichten Glauben schenken mag, bleibt jedem selbst überlassen. 

Unbestrittene Tatsache ist jedoch, welch faszinierende Landschaften und steinerne Skulpturen die Natur im Laufe der Erdgeschichte erschuf. Das „Große Loch“ entstand durch die stete Arbeit des Laufbaches vor über 200 Millionen Jahren in der Buntsandsteinzeit. „Das Gestein der Teufelskammern besteht aus einem geröllreichen Sandstein mit unterschiedlicher Festigkeit. Die Sandsteinpfeiler und das Dach der Teufelskammern trotzen Dank ihres härteren Gesteins bis heute der Abtragung. Weichere Gesteinsschichten wurden durch die Erosion herausgenagt und weggespült. So entstanden die steinernen Kammern oder Teufelslöcher“, ist in einem Infokasten zu lesen.

Spektakuläre Naturskulptur: die Teufelskammern
Waldschlucht „Großes Loch“
Im Inneren der Teufelskammern

Um noch ein wenig länger den unfassbar schönen Blick auf die Felsenlandschaft zu genießen, halten wir uns auf dem Weg ins Tal unterhalb der Teufelskammern rechts entlang der „Großen Loffenauer Runde“. Immer wieder halten wir inne, drehen uns um und lassen die abenteuerliche Szenerie auf uns wirken. In der Waldschlucht liegen Bäume wie Mikadostäbe kreuz und quer in einem Bett aus saftiggrünen Gräsern. Mächtige Felsen säumen den Weg.

Entlang der noch jungen Alb wandern wir zum Ausgangspunkt zurück, nicht über den beschriebenen Heuweg sondern über den Albtalweg entlang des „QuellenErlebnisPfades“ (vorbei am Aussichtspunkt „Hör mal“).

Entlang der jungen Alb zurück zum Parkplatz

Eine absolut herausfordernde und abwechslungsreiche Tour voller Highlights, die zurecht zu „Deutschlands schönstem Wanderweg“ des Jahres 2021 vom Wandermagazin nominiert ist.

Der Track in Zahlen

Länge: 25 Kilometer
Bergwertung: 1.000 Höhenmeter
Dauer: etwa 8 Stunden plus Zeit zum Genießen und Staunen

Die Tour und die GPX-Datei zum Herunterladen findet ihr bei Albtal-Tourismus
und bei Outdooractive.

Tipps:

  • Auch wenn es vielleicht ein wenig auf Kosten des Abenteuerfaktors geht, empfehlen wir zur Vorsicht, den GPX-Track vor Beginn der Tour herunterzuladen (teilweise wurden auch Markierungen mutwillig entfernt)
  • Ausreichend Getränke und Verpflegung mitnehmen (während unserer Tour gab es auf der Strecke nichts zu kaufen)
  • Festes Schuhwerk und eine gute Kondition machen es ein bissle leichter 😉
Rötenbachschlucht

Rötenbachschlucht

Genießerpfad Rötenbachschlucht

Rötenbachschluchthütte
Macht jedem Hexenhäuschen Konkurrenz: die Rötenbachschluchthütte

Im Reich der wilden Schluchten

Erst einmal tief einatmen und die Augen schließen. Ein würziger Duft von Tannen liegt in der Luft, gemischt mit dem Aroma des fruchtbaren Waldbodens. Nun öffne ich langsam die Augen: Irre, kann es so viele Grüntöne geben? Die dunklen Tannen ragen über uns empor, überall ist Moos, Farne säumen die Hänge. Ja, das ist Schwarzwald pur, so wie wir ihn lieben: ein dichter Tannenwald, ein gurgelnder und plätschernder Bach und wilde Wege. Dabei haben es uns die Wutach- und Gauchachschlucht besonders angetan, die ich schon in meiner Kindheit durchpflügte. 

Abenteuerliche Pfade und nebenan sprudeln die kleinen Wasserfälle

Fast noch ein Geheimtipp

Wie seine großen Schwestern Wutach und Gauchach hat der Rötenbach eine wildromantische Schlucht in die Landschaft gegraben. Auch die Rötenbachschlucht gehört zum Naturschutzgebiet Wutachschlucht. Dabei hat die Rötenbachschlucht einen unschlagbaren Vorteil. Während sich in der bekannteren Wutachschlucht insbesondere an den Wochenenden die Ausflügler drängeln, ist es in dem Seitental am Rötenbach angenehm ruhig. Und wild und urwüchsig ist die Rötenbachschlucht ebenso.

Wandergenuss vom Feinsten

Eng schmiegen sich die schmalen Pfade an den Steilhang. Mal mit dickem Wurzelwerk durchflochten, mal steinig und unwegsam und an manchen Stellen matschig windet sich der Weg durch die abenteuerliche Schlucht. Umgestürzte Bäume hängen kühn über den Felsen und lappen über den engen Weg. Ein wenig Trittsicherheit und ein ordentliches Schuhprofil sind da schon erforderlich.

Rötenbachschlucht Unser Badenwürttemberg
Verwunschen und wildromantisch: Der Rötenbach bahnt sich seinen Weg

Genießerpfad Rötenbachschlucht

Der Hochschwarzwalder Premiumwanderweg hat seinen Namen „Genießerpfad Rötenbachschlucht“ völlig zurecht. Tatsächlich sind es elf Kilometer Genuss pur. Wir beginnen die Rundwanderung am Parkplatz Hardt. Einige Zeit später erspähen wir die moosbedeckte, urige Rötenbachschluchthütte. Zwischen dem filigranen Moospolster wachsen auf dem Hüttendach sogar kleine Pilze. Weiter geht es den schmalen Pfad entlang über zahlreiche Brücken, vorbei an imposanten Felsformationen und kleinen Wasserfällen, die in Kaskaden die steinernen Hindernisse hinabrauschen. Schließlich kommen wir bei der Mündung des Rötenbachs in die Wutachschlucht an.

Skurrile Baumwesen, Pilzansammlungen und Flechten wie im Nebelwald säumen den Pfad

Dem Feldberg so nah

Jetzt heißt es kurz durchatmen und weiter geht´s hinauf zum Hörnle. Skurrile Baumwesen säumen den Weg, der sich nun merklich anstrengender emporschlängelt. Wir verlassen die Enge der Schlucht, die Landschaft weitet sich. Der Lohn für den kurzen Aufstieg ist eine Aussicht bis zum Feldberg und weit über die Schluchtenlandschaft hinweg. Ach, ist das schön.

Eine Aussicht bis zum Feldberg ist die Belohnung für den Aufstieg

Ameisen, Krebse und sonstiges Getier

Nun wandern wir durch den Krebsgraben. Mit ein bisschen Glück und natürlich mit Adleraugen, soll man hier auch mal einen Krebs entdecken können. Für jeden sichtbar ist die beeindruckende Vielfalt an Farngewächsen, die uns an dem magischen Ort präsentiert wird. Im Naturschutzgebiet Wutachschlucht gedeihen 40 Prozent der in Süddeutschland erfassten 2.800 Farn- und Blütenpflanzen, wie auf einer Infotafel zu lesen ist. Durch die Rötenbacher Wiesen, ein weiteres Naturschutzgebiet, geht es schließlich über den Ameisenpfad wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück. Der Ameisenpfad ist übrigens auch ein prima Tipp für Familien. Hier können die Nachwuchsforscher mit der Ameise Amina auf Entdeckungstour gehen.

Tourinfos

Länge: 11 km
275 hm
Schwierigkeitsgrad: mittel (unsere Einschätzung), Trittsicherheit erforderlich

Du willst am liebsten gleich loswandern? Hier findest Du die Tour.