Wenn im Frühjahr die Tage wärmer werden, entfaltet sich in der Stuttgarter Wilhelma das duftende Blütenmeer der Magnolien. Rund 70 Bäume zählt der größte Magnolienhain Europas nördlich der Alpen. Im Maurischen Garten der Wilhelma erwachen die Knospen je nach Temperatur meist Ende März bis Anfang April aus dem Winterschlaf. Und dann beginnt das Blütenspektakel: Von strahlend weiß über zartrosa bis purpurrot erfreuen die opulenten Blüten Insekten und Besucher. Spätestens jetzt wird dir klar, warum eine Magnolie auch als „Königin der Gehölze“ bezeichnet wird. Blühende Magnolien sind mit das Schönste in der Welt der Pflanzen. Wandle im Magnolienhain und lass dich vom zarten, teils süßen und zitronigen Duft betören.
Magnolien gehören zu den ältesten Blütenpflanzen der Erde
Als vor über 100 Millionen Jahren noch Dinosaurier durch die Lande streiften, gab es bereits Magnolien. Alle heutigen, sogenannten Bedecktsamer haben sich aus ihnen entwickelt: also Laubgehölze, Stauden und Gräser. Weltweit gibt es rund 80 Arten, allein im Maurischen Garten der Wilhelma kannst du 23 Arten bewundern. Insbesondere die gigantischen Blüten einiger Tulpenmagnolien sind typisch für diese lebenden Fossilien.
Schon König Wilhelm I. liebte Magnolien
Auch heute noch kannst du ein gutes Dutzend alter Magnolien aus der Zeit von König Wilhelm I. von Württemberg bestaunen. Um das orientalisch-exotische Ambiente seines Refugiums zu perfektionieren, ließ er ab 1850 Magnolien pflanzen. Er schätzte ihre Schönheit und Blühfreude. Die ältesten Magnolien-Methusalems sind demnach schon rund 170 Jahre alt. Woran erkennst du die historischen Bäume? Sie haben eine ganz besondere Form, denn ihre Äste neigen bis auf den Boden und scheinen sich dort abzustützen.
Lustwandeln im Maurischen Garten
Wie schön, dass wir heute alle in Deutschlands einzigem zoologisch-botanischen Garten wandeln können. Umgeben von historischen Gewächshäusern, zwischen Seerosenteichen und überdachten Wandelgängen ist die Magnolienblüte definitiv eines der Highlights in der Wilhelma. Den Startschuss der Magnoliensaison geben die schneeweißen Sternmagnolien mit ihren filigranen, spitzen Blütenblättern und dem unvergleichlichen Duft. Dann geht es Schlag auf Schlag. Es folgen die rosafarbene Sternmagnolie „Leonard Messel“, die Tulpenmagnolien und zu guter Letzt die Purpur-Magnolien. Etwa zwei Wochen lang ist ihre unfassbar schöne Blütenpracht gemeinsam zu sehen. Doch dafür braucht es etwas Glück – zu viel Regen oder gar Frost macht den empfindlichen Riesenblüten den Garaus.
Noch mehr Magnolien
Auch wenn die rund 70 Magnolien im Maurischen Garten definitiv der Blüten-Höhepunkt sind, gibt es noch etwa 20 weitere Exemplare in und vor der Wilhelma zu entdecken. So gibt es hier immergrüne Magnolien, die Gurkenmagnolie vor dem Aquarium mit ihrer auffälligen Wuchsform und den Amerikanischen Tulpenbaum. Vor den Toren der Wilhelma erhältst du einen ersten Vorgeschmack direkt am Haupteingang an der Stadtbahn-Haltestelle. Und wenn du dich an der Blütenpracht gar nicht sattsehen kannst, mach es wie ich und statte auch noch den blühenden Kamelien im Gewächshaus einen Besuch ab.
Tipps für deinen Wilhelma-Besuch und die Magnolienblüte
Du willst wissen, wann die Magnolien blühen? Dann schau einfach mit der Webcam in den Maurischen Garten mit dem Magnolienhain, dem Seerosenteich und dem Maurischen Landhaus.
Wenn du in Ruhe den Blütenzauber genießen magst, mach dich am besten unter der Woche gleich nach Öffnung der Wilhelma auf den Weg. Vermeide die Stoßzeiten am Wochenende (da ist sogar häufig das Parkhaus voll).
Wenn du keine Jahreskarte hast und du kein Fördermitglied bist, ist ein Ticket mit 20 Euro (Stand April 2022) nicht ganz ohne. Deshalb plane einen längeren Besuch ein, und besichtige auch die anderen Highlights der Wilhelma Stuttgart.
Verhungern wirst du in der Wilhelma Stuttgart nicht: Es gibt verschiedene Restaurants und Eisstände. Wenn du aber auf dein Budget achten musst, kannst du dir dein Picknick einfach mitnehmen. Es gibt zahlreiche Bänke, die zu einer gemütlichen Rast einladen – und du kannst dabei oft noch Tiere beobachten. Mega!
Hinweise: Alle Bilder: Aufnahmeort Wilhelma Stuttgart Die Werbung in diesem Beitrag für Stuttgart und die Wilhelma, die ich nenne und verlinke, erfolgt unbeauftragt und ohne Bezahlung.
Tipps und Highlights für Besucher, Wanderer und Radfahrer. Friedrich Schiller ist der Lieblingssohn der Stadt Marbach am Neckar. Obwohl er nur seine ersten vier Lebensjahre hier verbrachte, huldigt ihn die Neckarstadt wie keinen anderen. (…)
Der Genießerpfad Belchensteig im Schwarzwald ist Deutschlands schönster Wanderweg 2020. Mit einem traumhaften Panoramablick von den Schweizer Alpen über die Rheinebene hinweg bis zu den Vogesen gilt der Belchen zurecht als der schönste Berg des Schwarzwalds. Zwar ist er wohl der schönste, nicht aber der höchste Berg im Schwarzwald. Mit seinen 1.414 Metern Höhe ist er nach Feldberg und Herzogenhorn der dritthöchste Berg im Schwarzwald.
Auf dem Weg zum Belchengipfel
Start der traumhaften Halbtagestour ist das Berghotel Wiedener Eck. Kurz darauf passieren wir das Westwegtor Wiedener Eck. Idyllisch, aber unspektakulär geht es langsam aber stetig bergauf auf einem Schotterweg, der in einen breiten Wiesenpfad übergeht. Schon jetzt eröffnet sich ein herrlicher Blick über das Wiedener Tal. Die taufeuchten Wiesen funkeln im morgendlichen Sonnenlicht. Purpurblütige Eriken säumen den Weg, ein paar Pferde auf einer Weide begutachten kauend die frühen Wandersleute. Wir tauchen in einen lichten Bergwald ein, Farne und Heidelbeeren zeigen sich am Wegesrand. In der Ferne plätschert leise das Wasser, woher es kommt, ist kaum zu orten.
Es locken immer wieder aussichtsreiche Rastplätze
Regenwurmgarten
Blick zum Hotel Belchen-Multen
Schwarzwaldparadies
Immer wieder eröffnen sich entlang des Belchensteigs einzigartige Ausblicke und unglaubliche Fernsichten. Um diese noch intensiver genießen zu können, gibt es unzählige Sitz- und Rastgelegenheiten. Selten haben wir solch fantasievolle Bänke gesehen, die überall entlang des Weges zum Verweilen einladen. Mal flankieren geschnitzte Wanderstiefel die Sitzfläche, mal ein hölzerner Igel oder Rucksack. Wir sind noch nicht bereit für eine Rast und streben unverzagt dem Gipfel entgegen. Vorbei an einem Regenwurmgarten, einer toll gemachten Infostation für Kinder, zieht es uns immer weiter in Richtung der Talstation der Belchen Seilbahn. Wer nun schon ein wenig müde ist oder den Gipfel noch früher stürmen möchte, kann sich rund 300 Höhenmeter ersparen und die Belchen-Seilbahn nehmen. Wir lassen die knallgelben Kübele-Gondeln und das Belchenhotel Jägerstüble links liegen. Einmal tief durchatmen, es gilt, die nächsten Höhenmeter des Premiumwanderwegs zu bezwingen. Letzte Margeriten und Glockenblumen setzen hübsche Farbtupfer auf den Wiesen, Schmetterlinge nehmen ein Sonnenbad auf der warmen Erde des Pfades. Während wir noch den vorbeifliegenden Samenschirmchen hinterherblicken, hören wir in der Ferne schon das Geläut der Kuhglocken. Der Gasthof Belchen ist zum Greifen nah.
Belchen-Seilbahn
Nanu?
Immer dem Bollenhut folgen
Schwarzwaldkühe und Hotelromantik: Im Hintergrund das Belchenhaus
Belchenhaus und Belchengipfel
Der Gasthof Belchen, auch Belchenhaus genannt, liegt direkt bei der Bergstation der Belchenbahn. Er ist Baden-Württembergs höchstgelegener Gasthof. Bereits 1867 wurde er eröffnet. Eine willkommene Gelegenheit für eine kleine Stärkung. Die Aussicht ist der Wahnsinn und reicht bis ins Schweizer Jura. Wir sind auf der „Zielgeraden“, nur noch wenige Meter trennen uns vom Gipfel. Geschafft! Wir sind oben auf der Granitkuppe angekommen. Umringt von einigen echten und ein paar „Schläpplewanderern“ steht, ein wenig unscheinbar, das Gipfelkreuz auf 1.414 Metern Höhe.
Neben dem Gipfelkreuz klärt das „Belchenvisier“ auf, was wir rundherum alles bewundern dürfen. Es hilft sehr, die umliegenden Berge und Orte exakt zu bestimmen. Von Münstertal und Staufen über die Oberrheinebene hinweg bis zu den Vogesen, zur Zugspitze und zum Mont Blanc, wenn einem das Wetter hold ist. Schon der Blick auf die umliegenden Schwarzwaldberge ist beeindruckend. Gut zu erkennen ist der höchste Berg des Schwarzwalds, der 1.493 Meter hohe Feldberg.
Für den deutschen Schriftsteller und Pionier der alemannischen Mundartliteratur, Johann Peter Hebel, war der schönste Schwarzwaldberg gar „die erste Station von der Erde zum Himmel“.
Geschafft! Der Gipfel ist erreicht
Bermudadreieck der Berge
Wir schlendern ein wenig auf der markanten, baumfreien Bergkuppe umher. Übrigens: Dies ist nicht der einzige Belchen in der Gegend. Weitere Belchen sind in Sichtweite. Gemeinsam mit dem Elsässer Belchen oder Ballon d’Alsace und dem Schweizer Belchen bildet der Schwarzwälder Belchen das sogenannte Belchendreieck. Damit nicht genug. In den Vogesen, bei gutem Wetter ebenfalls zu sehen, liegen noch der Große und der Kleine Belchen, Grand bzw. Petit Ballon, die zusammen mit den drei erstgenannten Belchen zum sogenannten Belchen-System gehören. Wir könnten stundenlang weiter in die Nähe und in die Ferne schauen und das 360-Grad-Panorama einsaugen. Doch der Wind weht heftig und kalt, und wir müssen an den Abstieg denken.
Abgang in Richtung Krinne
Immer dem Bollenhut folgen
Schwarzwaldkühe und Hotelromantik: Im Hintergrund das Belchenhaus
Hinab auf alpinem Bergpfad
Kurz noch die fantastische Vegetation bewundern, dann geht es steil bergab auf einem alpinen Bergpfad, den Krinneabgang. Spätestens jetzt sind Trittsicherheit und geeignetes Schuhwerk wichtig. In schmalen Serpentinen schlängelt sich der Weg hinunter zur Krinne. Mein Handy ist verwirrt und heißt mich in Frankreich willkommen. Erneut geht es etwas bergauf. Geröll knirscht unter unseren Wanderstiefeln. Der Wind frischt auf und lässt die Zweige der Bäume zischend auf und ab tanzen. Unser Blick fällt zurück zum Belchen, der nackte, baumlose Gipfel ist gesäumt von einigen Fichten, die aus der Ferne wie ein kleiner Pelz wirken.
Fast abrupt endet der Wald, der Blick schweift weit ins Tal. Kugelige Laubbäume und kegelförmige Nadelbäume prägen das Bild der Märklin Mini-Landschaft. Um das Schwarzwaldklischee zu perfektionieren, kringelt ein Milchlaster die kurvigen Bergstraßen hinunter. Garantiert gefüllt mit Milch von glücklichen Kühen. Und wir freuen uns schon auf ein großes Stück Schwarzwälder Kirschtorte!
Der Tour in Zahlen
Länge 15 km
675 Höhenmeter
Dauer: etwa 5 Stunden plus Zeit zum Genießen und Staunen ?
Die Tour und die GPS-Datei zum Herunterladen findest du hier.
Berghotel Wiedener Eck
Hotel-Tipp
Berghotel Wiedener Eck
Wir waren im Berghotel Wiedener Eck, das wir aus voller Überzeugung empfehlen können. Schöne Zimmer, freundlicher Service, hervorragendes Essen, gute Weine und faire Preise. Und dazu noch direkt am Ausgangspunkt unserer Wanderung. Ganz ehrlich, was will man mehr?
Eintauchen in echte Natur, auch mal abseits der Wege unterwegs sein, alle Sinne einsetzen. Und ganz ehrlich, wer möchte sich denn nicht mal wie ein Pionier fühlen, der geheimnisvollen Zeichen folgt und neue Wege erkundet? Deutschlands erste Crosswander-Tour ist definitiv ein Mikro-Abenteuer für alle, die mehr wollen als einfach „nur“ wandern. (…)
Fast noch ein Geheimtipp: Wie seine großen Schwestern Wutach und Gauchach hat der Rötenbach eine wildromantische Schlucht in die Landschaft gegraben. Auch die Rötenbachschlucht gehört zum Naturschutzgebiet Wutachschlucht. Dabei hat die Rötenbachschlucht einen unschlagbaren Vorteil. (…)
Wohin, wenn dich die Frühlingsgefühle nach draußen locken? Ich lege dir die Schwäbische Alb ans Herz und verrate dir, wo es im romantischen Lenz am schönsten blüht. Bei diesen Touren sind zwar Blüten die Stars, doch auch die Landschaft ist bühnenreif. (…)
Umweltschutz im Schwarzwald: Interview mit Sabine Hötzel
Sabine Hötzel: Naturelover und Forestclenaer im Nordschwarzwald
„Gemeinsam machen wir die Welt zu einem besseren Ort“
Naturliebhaberin, Umweltschützerin, Waldreinigerin und Instagrammerin: Die Baden-Badenerin Sabine Hötzel ist ein Vorbild. Bei ihren Wanderungen ist sie stets bewaffnet mit einem blauen oder roten Eimer. Es gibt so gut wie keine Tour, von der sie mit leeren Händen oder eben leeren Eimern zurückkommt. Sie sammelt den Müll ein, den andere Menschen inmitten einer traumhaften Landschaft hinterlassen haben. Den Müll in der Natur bezeichnet sie als „invasive Arten“, die umgesiedelt werden müssen. Und zwar dorthin, wo sie hingehören: in die Mülltonne!
Auf Instagram postet Sabine ihre Müllabenteuer. Zuerst ein stimmungsvolles Naturbild, wie es die meisten Instagrammer mögen, und dann die Keule: Müll, überall Müll! Tüten, Babywindeln, Plastik- und Glasflaschen, ein Autoreifen mitten im Nirgendwo, Corona-Masken ohne Ende und sogar eine Dose Bügelspray aus den 50er Jahren. Die Bilder sind oft erschreckend: Ein idyllischer Weiher, in dem eine Unke sitzt, in direkter Nachbarschaft zu einer Plastikflasche. Oder eine meterlange XXL-Plastikplane, die sie nur mit Mühe aus dem Erdreich herausziehen konnte.
Sabines 10 Müllsünder-Thesen
„Warum wirfst du deinen Müll in diesen wunderschönen Wald?“, fragt Sabine ihre Follower. In ihrem Instagram-Post stellt sie zehn Thesen auf:
Weil ich ein ignoranter und verwöhnter Depp bin?
Weil mir die Umwelt völlig egal ist?
Weil mir Mutti sonst auch immer alles hinterherräumt?
Weil ich zu faul und schwach bin, das Bonbonpapier bis zum nächsten Mülleimer zu schleppen?
Weil ich Freude daran habe, Tiere zu quälen?
Weil ich meinen Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkeln auch noch was hinterlassen möchte (nebst einem IQ von 13)?
Weil mir mein Fischfilet mit Mikroplastik besser schmeckt?
Weil ich es für ein Gerücht halte, dass Müll wie Plastik, Glas und Alufolie sich nicht innerhalb einer Stunde von selbst auflöst?
Weil ich volle Windeln, halbleere, vergammelte Dosen und versiffte Masken im Wald hübsch anzusehen finde?
Weil alles auf mich zutrifft!
Sabine hat Humor. Mit einem Augenzwinkern will sie Menschen aufrütteln und für das Thema sensibilisieren.
„Bitte benehmt euch wie Tiere“, rät sie auf Instagram. Denn Tiere hinterlassen keinen Müll. Menschen schon. „WalkIn, TrashOut“ ist ihr Motto. Sie hofft, so viele Menschen wie möglich zu gewinnen, ihrem Beispiel zu folgen.
„Invasive Arten verbreiten sich immer mehr“
unser BW: Ich bewundere Deinen Einsatz sehr. Meine Familie und ich würden niemals Müll liegenlassen. Das Einzige, was wir hinterlassen, sind unsere Fußabdrücke. Es ist wohl für die meisten Leute selbstverständlich, ihr Zeug wieder einzupacken. Leider gilt das nicht für alle. Wenn Du unterwegs bist, sammelst Du die Hinterlassenschaften anderer ein. Was treibt Dich an, Dich so zu engagieren?
Sabine:
Weil die Archäologen in einer Million Jahre auf keine Hinterlassenschaften wie Glasflaschen und Co. stoßen sollen.
Weil mir mein Fischfilet ohne Mikroplastik besser schmeckt.
Ach ja, und weil ich natürlich ein Vorbild für meine Kinder sein möchte. Ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer Umwelt und den Ressourcen kann nicht früh genug gelernt werden.
unser BW: Gab es einen Impuls, der den Kickoff für Deinen Einsatz darstellte? Oder ein Schlüsselerlebnis?
Sabine: Als ich unter einem Baumstumpf eine XXL-Plane (zehn mal fünf Meter!) herausgezogen habe. Die war komplett mit der Wurzel verwachsen. Oberhalb der Erde hat man nur ein paar Zentimeter Plastik erkennen können.
unser BW: Du liebst die Natur, schützt und achtest sie. Es muss doch unglaublich frustrierend sein, wie Umweltverschmutzer mit ihr umgehen?
Sabine: Hierzu fällt mir ein Zitat von Edward Everett Hale ein: „Ich kann nicht alles tun, aber ich kann etwas tun. Und weil ich nicht alles tun kann, soll ich mich nicht weigern, das zu tun, was ich kann.“
unser BW: Fällt es Dir bei dem ganzen herumliegenden Abfall, den Du entdeckst, nicht manchmal schwer, überhaupt noch die Schönheiten der Natur zu sehen?
Sabine: Autoreifen im Flussbett, Plastikplanen im Erdreich, Flaschen auf dem Waldboden … all diese invasiven Arten haben sich über Jahrzehnte häufig so perfekt an ihre Umwelt angepasst, dass sie kaum zu entdecken sind. Verborgen und gut getarnt wie sie sind, fällt es daher überhaupt nicht schwer, die Schönheiten der Natur zu sehen.
unser BW: Wie reagieren die Leute, die Dir unterwegs begegnen und Dich in Aktion sehen?
Sabine: Von Anerkennung, Lob und Verachtung ist alles dabei. Bezüglich letzterem: Die steigende Vermüllung wird durch die zunehmende Kälte einiger Menschen wieder ausgeglichen.
Glasflaschen: Darüber stolpern eure Nachfahren noch in einer Million Jahren
unser BW: Was war bisher Dein kuriosester Fund unter allen invasiven Arten?
Sabine: Eine halbvolle Dose „Bügelfrei“ aus den 50er Jahren in tadellosem Zustand. Ich Glückspilz aber auch. Nun endlich wird meine Wäsche im Nu faltenfrei, und ich kann mich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren.
unser BW: Im April 2021 hast Du begonnen, auf Instagram Deine Funde zu präsentieren, heute folgen Dir über 8.000 Leute. Tendenz rasch steigend. Überrascht Dich der Erfolg?
Sabine: Ja klar. Wer rechnet schon damit, dass die Leute Müllbilder liken und sich über meine Funde freuen?
unser BW: Wer begleitet Dich auf Deinen Wanderungen?
Sabine: Mein Eimerle – der verliebt sich alle fünf Minuten in eure Hinterlassenschaften.
Unser BW: Sonst noch jemand? Machen Dein Mann und Deine Kinder auch mit und unterstützen Dich? Haben sie Verständnis?
Sabine: Natürlich sind auch meine Kinder und mein Mann mit dabei. Wir lieben alle Müll. Wir sind sowas wie die Olchi-Family.
unser BW: Du klärst Deine Follower auf Instagram auch sehr kompetent über die Müll-Problematik auf. Dass Müll Wildtiere gefährdet, über Plastik in den Ozeanen und die „Lebenserwartung der invasiven Arten“. Wie hast Du Dir dieses Wissen angeeignet?
Sabine: Dank Google ist dieses Wissen nur einen Klick entfernt. Abgesehen davon gibt es ganz tolle Infoseiten vom World Cleanup Day!
unser BW: Du kommst aus Gießen in Hessen. Was hat Dich nach Baden-Baden verschlagen?
Sabine: Die Liebe zum Schwarzwald.
unser BW: Was bedeutet Heimat für Dich?
Sabine: Heimat ist da, wo meine Familie ist.
unser BW: An welche Stellen in Baden-Baden führst Du Deine auswärtigen Gäste besonders gerne?
Sabine (lacht): Wenn ich das hier verraten würde, wären es ganz sicher nicht mehr meine Lieblingsstellen. Ansonsten sind der Battertfelsen, die Geroldsauer Wasserfälle und der Merkur sehr zu empfehlen.
unser BW: In welchem Restaurant oder Café könnte man Dich hier treffen?
Sabine (lacht): Man trifft mich eher im Wald, als im Café.
unser BW: Du gehst gerne im Nordschwarzwald wandern. Wohin zieht es Dich am liebsten?
Sabine: Entlang der Schwarzwaldhochstraße und im Murgtal finden sich tolle Wanderwege.
unser BW: Welche sind Deine Lieblings-Spezialitäten aus Baden-Württemberg?
Sabine: Eindeutig Käsespätzle.
unser BW: Typisch ist für Dich …?
Sabine: Ich bin für jeden Müll … ähm … Spaß zu haben.
unser BW: Gibt es etwas, das Du den Leserinnen und Lesern mitgeben möchtest?
Sabine: Einen Eimer. Möge der Müll mit euch sein!
unser BW: Herzlichen Dank für das interessante Interview! Ich wünsche Dir und uns allen, dass Du jetzt und in Zukunft viele Menschen zum Mitmachen inspirieren kannst.
Mehr über Sabine Hötzels Umweltinitiative gibt es auf Instagram: @sabine.hoetzel
6 ganz persönliche Highlights im Höhenpark Killesberg in Stuttgart
Ist das eine Liebeserklärung? An einen Park? Ganz klar: ja. Der Höhenpark Killesberg ist ein abwechslungsreiches Ausflugsziel für die ganze Familie. Er ist ein Ort der Entspannung in der Mittagspause oder nach Feierabend für die Berufstätigen. Und er ist ein Riesenspaß für Kitagruppen und Schulklassen. Was man hier so alles erleben kann? Du kannst zum Beispiel im Tal der Rosen wandeln, auf den Aussichtsturm steigen, die schönste Dahlie wählen, dem Plätschern der Wasserspiele lauschen, die Flamingos am See beobachten, mit einer Dampflock herumpötteln oder dich einfach nur an Tausenden von Blüten erfreuen. Wem geht da nicht das Herz auf?
Alpaka im Tiergehege des Höhenparks Killesberg
Tor zum Paradies im Höhenpark
„Mein“ Tor zum Blumen-Paradies im Höhenpark Killesberg ist der Cannstatter Eingang in der Maybachstraße. Vom lauten Pragsattel kommend, entlang einer vielbefahrenen Straße biege ich ab in eine Oase der Ruhe, der Farben und der Düfte. Unglaublich, wie perfekt die Gärtner und Planer das optische Zusammenspiel der Blüten beherrschen. Mal geht es Ton und Ton, mal voller Kontraste, wunderschön gestaffelt und von oppulenter Fülle. Ein flammendes Beet in warmen Gelb- und Rottönen, ein kühleres Gegenstück in Blau und Lila. Und immer wieder ragen Kunstwerke aus dem üppigen Blütenmeer empor. Winterpause? Die gibt es hier nicht. Das ganze Jahr über ist der Park ein Traum.
Rhododendron-Blüte im Mai
Es ist schwer zu entscheiden, welches die Höhepunkte im Park sind. Er ist nämlich voll davon. Für den einen sind es die zahlreichen Kunstwerke. Für den anderen das Höhenfreibad oder die Killesbergbahn mit der Dampflok. Und wieder andere lieben Eliszis Jahrmarktstheater, das während des Sommers in Betrieb ist, und das in guten Zeiten jährlich stattfindende Lichterfest mit herrlichem Feuerwerk.
Mir haben es vor allem die Flora und Fauna sowie die Bauingenieurs-Kunst angetan.
Meine 6 Highlights im Höhenpark Killesberg
1. Das Tal der Rosen
Einer meiner Lieblingsorte im Park ist das Tal der Rosen. Tausende Rosenarten duften und blühen um die Wette. Es ist ebenso der Seerosenteich, der eine herrliche Ruhe ausstrahlt. Unerwartet sind die Bananenstauden, die man in hiesigen Gefilden weniger erwartet und die eher an die Kanaren oder die Tropen erinnern. Überraschend ist, dass sie im Freien überwintern: bis auf den Stumpf zurückgeschnitten und dick in ein warmes Bett aus Laub eingemummelt.
Tausende von Blüten im Tal der Rosen
2. Die Blumen im Höhenpark
Das Gartenjahr beginnt im Frühling mit Tulpen und Narzissen, Blausternen und Hyazinthen, Anemonen und Wiesen voller Krokusse. Alleine von den Primeln soll es im Park über 40 Arten geben. Riesige Beete voller Stiefmütterchen in verschiedenen Farben sorgen für einen Wow-Effekt.
Beinahe nahtlos scheint der Übergang zu den Sommerblumen von Rittersporn über Tagetes bis hin zu Taglilien und Rudbeckien. Astern läuten das Ende des Sommers ein. Im Winter ist der Erikahang in Rosa, Violett und Weiß ein blühender Blickfang, vor allem da im Hintergrund noch malerisch der Killesbergturm thront.
Immer wieder wuseln Gärtnerinnen und Gärtner umher, um Zehntausende von Stauden zu hegen und zu pflegen. Für mich als Hobbygärtnerin ist das hochinteressant. Ich schaue genau zu und orientiere mich hier, um selbst den idealen Schnitt- und Pflanzzeitpunkt für die Pflanzen im eigenen Garten zu finden.
Violetter Blütentraum mit Killesbergturm im HintergrundLeider nicht winterhart: exotisches BeetFrangipani, eine duftendeTropenschönheit
3. Die Dahlienschau
Unbestrittener Höhepunkt für Blumenfans ist die alljährlich stattfindende Dahlienschau. Von Anfang August bis Ende September ziehen etwa 10.000 Dahlien zahlreiche Besucher an und bescheren ihnen die Qual der Wahl. Denn es wird gewählt: die schönste Dahlie Stuttgarts. Und es ist wahrlich nicht leicht sich für eine der 200 Sorten zu entscheiden. Ist es eine einfach blühende Dahlie, die von vielen Bienen und Hummeln frequentiert wird? Oder ist es eine Halskrausen-, eine Seerosen- oder eine Ball-Dahlie? Zudem buhlen Pompon- und Kaktusdahlien um die Gunst der Besucher auf einer Fläche von 1.800 Quadratmetern. Damit ist die Dahlienschau im Höhenpark Killesberg eine der größten in Deutschland. 2021 wählten die Besucher die Semi‐Kaktus‐Dahlie „Sorbet“ zur Siegerin.
4. Die Vielfalt der Bäume
Wer hat schon einmal einen Taschentuchbaum gesehen? Im Höhenpark gibt es beim Primelgarten ein prächtiges Exemplar von dem aus China stammenden Baum. Wie weiße Taschentücher hängen die großen, bis zu 16 Zentimeter langen Hochblätter an den Zweigen. Während der Blütezeit im Mai lockt der Baum viele Gäste an. Mit ein wenig Phantasie erinnern die weißen „Lappen“ an einen Schwarm weißer Tauben, weshalb er auch Taubenbaum genannt wird. Im Herbst zieren kugelige, walnussähnliche Samen den Baum.
Ein prächtiger Taschentuchbaum …… mit Blüten wie weiße Taschentücher
Eine andere Besonderheit ist der monumentale Blauglockenbaum (Paulownie) am Flamingosee. Das Gehölz mit den großen herzförmigen Blättern stammt ebenfalls aus China. Im Mai ist der Blauglockenbaum über und über voll mit zarten violettblauen, glockenförmigen Blüten.
Monumentaler Blauglockenbaum am Flamingosee
Schon von weitem leuchten die mächtigen Tulpen- und Sternmagnolien im März und April. Die Tulpenmagnolien bieten in Zartrosa einen traumhaften Anblick. Den schneeweißen Sternmagnolien sollte man sich unbedingt nähern. Ihr Duft ist einfach unglaublich.
Das Gelände des Höhenparks Killesberg war früher ein Steinbruch. Pionierbaumarten wie Robinien und Birken besiedelten die freien Schuttflächen. An vielen Orten im Park sind sie die vorherrschenden Gehölze.
Sternmagnolie, eine riesige weiße BlütenwolkeVerschwenderische Blütenpracht der Tulpenmagnolie
5. Der singende und schwingende Killesbergturm
Willst du auf den höchsten Punkt im Park, musst du 174 Stufen steigen. Über 40 Meter misst der Killesbergturm, der 400 Meter über dem Meeresspiegel thront. Die Mühe lohnt sich: Es bietet sich ein Panoramablick bis zur Schwäbischen Alb, den Stromberg, den Glemswald und das Remstal. Ein wenig Schwindelfreiheit ist allerdings notwendig. Die raffinierte Stahlkonstruktion des Turms ist sehr filigran und transparent. Um einen mittigen Mast windet sich ein Netz aus 48 Spiralen. Der Stuttgarter Bauingenieur Professor Jörg Schlaich wurde mehrfach dafür ausgezeichnet. Der besondere Kick: Der Turm schwingt bei der Besteigung leicht mit, und bei Wind hört man ihn „singen“.
174 Stufen bis zum PanoramablickOft im Mittelpunkt: der Killesbergturm
6. Die Tiere des Höhenparks
Nicht nur Kinder lieben die Ziegen, Ponys, Esel, Alpakas und Schweine im großen Tiergehege des Höhenparks. Mit dem Futter aus dem Automaten dürfen die Besucherinnen und Besucher sie sogar füttern. Ein besonderer Spaß für Groß und Klein. Auf und neben den Wegen sowie in den Teichen tummeln sich zahlreiche Wasservögel wie Enten, Gänse und Flamingos. Beliebt ist der Park auch bei exotischen Gästen. So finden zum Beispiel Streifengänse und Nilgänse gute Lebensbedingungen und haben sich angesiedelt.
Doch nicht immer ist das Zusammenleben mit den gefiederten Einwanderern harmonisch: Im Frühjahr 2021 hielt ein wildes Kanadagänse-Paar die Besucher mit ihren Attacken in Atem. Ein Bereich musste für die brütenden Gänse abgesperrt werden.
Ein Bär? Nein, es ist eines der Alpakas im Tiergehege des HöhenparksDunkle Knopfaugen und coole FrisurDer Blick sagt mehr als tausend Worte …Kanadagänse am Flamingo-SeeFlamingos vor malerischer Kulisse
Sehr viele Menschen in der Region Stuttgart verbinden schöne Kindheitserinnerungen mit dem Höhenpark Killesberg: Die Fahrten mit dem „Bähnle“, die Sonntagsausflüge mit den Eltern, der Besuch des Jahrmarkts oder ganz einfach der unvergleichliche Duft von frisch gebackenen Waffeln und Zuckerwatte. Eine Ur-Stuttgarterin erzählte mir beim Flanieren durch den Park, sie wisse noch ganz genau, durch welchen Eingang sie gingen und welche Wege sie schon vor Jahrzehnten gelaufen seien. Der Park ist ein Stück ganz persönliche Stadtgeschichte.
Die Killesbergbahn dreht ihre Runden von April bis Oktober durch den Höhenpark
Wissenswertes in aller Kürze über den Stuttgarter Höhenpark
Öffnungszeiten: Der Höhenpark ist ganzjährig und durchgängig geöffnet
Kostenloser Eintritt
50 Hektar groß
Bestandteil des „Grünen U“ von Stuttgart
Die Anlage geht auf die Maßnahmen zur Reichsgartenschau 1939 zurück
Ursprünglich als Steinbruch genutzt
Nach Plänen des Landschaftsarchitekten Hermann Mattern zum Park und Ausstellungsgelände umgestaltet
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es im Höhenpark weitere Gartenbauausstellungen
Hochgehswiggert: Zwei Burgen und Dutzende Schmetterlinge im Großen Lautertal
Von fast unwirklicher Schönheit: das Große Lautertal
Schon mal ge(h)swiggert?
Nein? Dann auf ins „Große Lautertal“ bei Münsingen. Hier kann man bei einer recht gemütlichen Wanderung zu zwei Burgen und wunderschönen Aussichtspunkten swiggern. Die Tour „hochgehswiggert“ ist eine von über 20 zertifizierten Prädikatswanderwegen in und um das Biosphärengebiet Schwäbische Alb.
Ach so, wie die Broschüre der „Hochgehberge“ verrät, ist Swigger kein neues Jugendwort, sondern der (wie ich finde, sehr coole und revivalfähige ) Vorname des IV. Herrschers von Gundelfingen aus dem 12. Jahrhundert. Und auf dessen Spuren sind wir bei der Tour unterwegs.
So muss es im Paradies aussehen …
Idylle am Mittelgebirgsfluss
Start der Rundtour ist der Wanderparkplatz Heiligental bei der gleichnamigen Liegewiese. Wer sich für den späteren Aufstieg gleich vorab stärken möchte oder noch einen kleinen Motivationsschub braucht, kann sich hier an der Grillstelle gleich die Rote oder das Stockbrot zubereiten.
Auch wenn der Platz zum Verweilen einlädt: Weiter geht es, und zwar sehr idyllisch entlang der Großen Lauter, die sich durch das Tal schlängelt. Und schon muss die Kamera raus aus dem Rucksack, der Blick auf die Kulisse von Niedergundelfingen ist einfach zu schön, um ihn nicht festzuhalten.
Fachwerk-Schönheiten in Niedergundelfingen
Einkehr hinter dicken Mauern
Eine „Einkehr hinter dicken Mauern“ verspricht die Burg Derneck auf 655 Meter über dem Meeresspiegel, die wir als nächstes erstürmen. Nicht zu übersehen ist, dass die Burg Eigentum des Schwäbischen Albvereins ist: Zwei große Logofahnen vor der Burg bilden einen bunten Kontrast zum historischen Ambiente. Degenhard von Gundelfingen ließ die Burg, die damals noch Burg Degeneck hieß, um 1350 errichten. Von der spätmittelalterlichen Anlage sind noch Teile der Schildmauer und des Turms erhalten. In der heutigen Zeit kamen Gastronomie und ein Wanderheim hinzu. Unterhalb der Burg gibt es schon die nächste Grillmöglichkeit und einen Spielplatz.
Ein Ritter aus Esche wacht über die Burg DerneckDer Schwäbische Albverein hat Einzug gehalten„An dieser Stätte muss keine Kehle verdorren“
Ein majestätischer Blick
Vorbei ein artenreichen Blumenwiesen, in denen unzählige Insekten flattern, summen und brummen und durch einen lichten Buchenwald, geht es noch ein paar Höhenmeter nach oben zum Aussichtspunkt Lautertalblick. Ein aus einem Baum herausgearbeiteter Holzthron mit Krönchen lädt ein zu einer majestätischen Rast mit überwältigendem Blick auf die unten im Tal wild mäandernde Große Lauter.
„Euer Majestät, eine schöne Aussicht gefällig?“
Das muss man selbst gesehen haben …
Der erste Eindruck der Burg Hohengundelfingen ist das Bossenquader-Mauerwerk des Bergfriedes und eine vor der Burganlage errichtete ganz und gar nicht mittelalterliche Gabionenmauer. Nun sind die anfangs erwähnten Spuren der Herrscher von damals eindeutig sichtbar: Erbaut hatten die Burg die Edlen von Gundelfingen im 11. Jahrhundert.
Sofort in den Bann gezogen werden wir jedoch von dem Blick über das Große Lautertal. Grün in allen Schattierungen vor tiefblauem Himmel mit malerischen Magritte-Wölkchen. Erst auf den zweiten Blick machen wir die Einzelheiten des umwerfenden Panoramas aus und nehmen auch den Umlaufberg der Großen Lauter, auf dessen Gipfel die Ruine Niedergundelfingen thront, und die hübschen Häuser der Gemeinde Gundelfingen im Tal bewusst wahr.
Langsam aber stetig erobert sich die Natur ihren Platz inmitten der Burganlage zurück. Efeu umrankt die Mauer, ein Baum scheint direkt aus dem steinernen Boden emporzuwachsen, Ehrenpreis mit seinen zarten violetten Blüten hat es sich in den Fugen der mächtigen Mauerquader gemütlich gemacht.
Stairway to HeavenDas Tor ins GrüneBlick von Burg Hohengundelfingen auf den Umlaufberg der Großen Lauter mit der Ruine NiedergundelfingenAussicht ins Große LautertalZarte Eroberer der mächtigen Mauerquader
Unfassbare Schönheit der Natur
Eben die Natur ist es auch, die die Wanderung für mich zu einem besonderen Erlebnis auf der Schwäbischen Alb macht. Der Weg, der inmitten des UNESCO Biosphärenreservats Schwäbische Alb liegt, ist neben der vom Menschen geschaffenen Werke voller kleiner Wunder.
In den unterschiedlichsten Lebensräumen offenbart sich die unfassbare Schönheit der Natur. Entlang des Flusses Große Lauter, vorbei an sogenannten „Mageren Flachland-Mähwiesen“ und imposanten Kalkfelsen und durch sattgrünen Buchenwald führt die Wanderung.
Vielleicht merkt man es – der unerschöpfliche Reichtum der Flora und Fauna ist das, was mich flasht und vollkommen fasziniert. Es sind die blauen Prachtlibellen am Flussufer, die wie funkelnde Saphire umherflattern. Es sind die Sommervögel, wie man bis zum Mittelalter die Schmetterlinge nannte. In diesem Paradies tummeln sich viele Arten von Schachbrett über Kleiner Fuchs und sogar der extrem seltene, vom Aussterben bedrohte, Blauschwarze Eisvogel … Na, am besten seht ihr es euch selbst an.
Vom Aussterben bedroht: Blauschwarzer EisvogelDer Perlmutterfalter mag WaldränderBlütenreiche Magerwiesen: ideal für das SchachbrettBesucher des Wanderschuhs: Gefleckter SchmalbockDie Schönheit liegt am Wegesrand
Der Tour in Zahlen:
Länge 6,2 km 211 Höhenmeter Dauer: etwa 2 Stunden reine Wanderzeit plus viel Zeit zum Genießen und Staunen
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